Heute Vollsperrung / Marode Stahlbrücke aus 60er Jahren vor Abriss

B 75: Nichts geht mehr

Bevor in Huchting die marode Stahlbrücke aus den 60er Jahren im Sommer abgerissen wird, lassen die Planer heute eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer aufbauen. Dafür wird die B 75 zwischen Huchting und Delmenhorst komplett gesperrt. - Foto: Photoka

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das wird nicht lustig heute, wenn Tausende von Fußballfans sehen wollen, wie sich Werder gegen Wolfsburg schlägt. Wer mit dem Auto über die B 75 anreisen möchte, sollte sich lieber eine Ausweichstrecke suchen. Denn die B 75 wird heute von 6 Uhr bis Mitternacht zwischen der Abfahrt Huchting und der Anschlussstelle Delmenhorst komplett gesperrt. Grund sind Vorarbeiten für den Abriss der maroden Stahlbrücke, die über die Bundesstraße führt.

Eine Umleitungsstrecke über die A 1, A 27 und A 28 ist ausgewiesen, dennoch dürfte es heute gerade vor und nach dem Werder-Spiel zu erheblichen Verkehrsbehinderungen kommen. Zum Zeitpunkt der Planungen vor fast zwei Jahren, so das Amt für Straßen und Verkehr (ASV), lag noch kein Plan für diese Fußball-Bundesliga-Saison vor.

Bis es an den Abriss der 30 Meter langen Brücke im Verlauf der Heinrich-Plett-Allee in Huchting geht, vergehen allerdings noch einige Monate, sagte gestern Heiko Schüür, beim ASV zuständig für den Brückenbau. An diesem Wochenende wird zunächst eine Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer aufgebaut, damit diese die B 75 mit ihren rund 40 000 Fahrzeugen am Tag überqueren können. Besagte Behelfsbrücke wird heute mit einem Schwertransport angeliefert. Sie besteht aus drei Teilen und wird laut Schüür in einer Art Baukastensystem von einem 130-Tonnen-Autokran aufgestellt. Dann folgt eine Hilfskonstruktion, zudem müssen große Leerrohre für Wasser, Gas und Strom eingebaut werden. „Damit legen die Wesernetze gleich am Montag los“, sagt Schüür. Schließlich muss die Versorgung der Huchtinger gewährleistet sein. Da der Einbau der Rohre sehr aufwendig sei, werden die Arbeiten etwa bis Ende Mai dauern. Voraussichtlich im Juni steht Fußgängern und Radlern dann die Ersatzbrücke zur Verfügung. Bereits seit Monaten laufen die Vorarbeiten für den Aufbau der knapp drei Meter breiten Behlfsbrücke.

Bis zum Abriss der alten Stahlbrücke wird es noch weitere Wochen dauern. Fest steht, dass die Heinrich-Plett-Allee am 9. Juni bis zur Anschlussstelle komplett gesperrt wird, bis etwa Ende 2017 die neue Brücke fertig ist. So müssen unter anderem die alten Rohre entfernt werden. Im Sommer wird die Brücke dann plattgemacht. „Das wird allerhöchste Zeit“, sagt der ASV-Fachmann. Bereits seit Ende 2010 sei klar, dass für die 53 Jahre alte Konstruktion ungeeigneter Spannstahl verwendet worden sei. Der sei damals in den 60er Jahren allerdings Stand der Technik gewesen, erst später habe sich das Dilemma gezeigt. Aufgrund von Spannungskorrosionen sei eine Reparatur der Brücke nicht möglich. Schüür: „Sie muss abgerissen werden.“ Auto- und Lkw-Fahrer werden während der langen Zeit der Sperrung über die Huchtinger Heerstraße und die Kirchhuchtinger Landstraße umgeleitet. Das Roland-Center und die weiteren Geschäfte in Huchting bleiben erreichbar, heißt es. Es müssen halt Umwege in Kauf genommen werden. Für die Linienbusse werden neue vorübergehende Endhaltestellen Am Sodenmatt und in der Flämischen Straße eingerichtet.

Für den Abbruch der Brücke im Sommer muss die B 75 an zwei Wochenenden in dem Teilstück gesperrt werden. Sand soll den Belag der Bundesstraße dann vor herabfallenden Teilen schützen. Nach dem Abriss beginnt der Bau der neuen, etwas breiteren Brücke. Die Baukosten betragen 4,4 Millionen Euro, wovon der Bund den größten Teil trägt.

Wer heute tatsächlich sehen will, wie Werder eine Packung von Wolfsburg kassiert oder gar eine Überraschung landet, der sollte als Autofahrer auf die großen Hinweistafeln achten, die die Umleitungsstrecken aufzeigen.

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