Bremer Tierheim baut Haus und Freiauslauf

Neues Zuhause für Vierbeiner

Kreiszeitung Syke

Bremen - Fast lautlos springt Rosalie auf einen dicken Balken, mit ihren weichen, weißen Pfoten läuft sie über das dunkle Holz, während Ebba die wenigen Sonnenstrahlen genießt. Die beiden Katzen leben wie über 300 weitere Artgenossen im Bremer Tierheim.

Genauer gesagt in einem der Katzenhäuser, die allerdings nicht mehr die Kapazitäten bieten können, die das Tierheim für die Samtpfoten braucht. Daher drehen sich in einer anderen Ecke des Geländes seit einiger Zeit die Betonmischer, denn das Bremer Tierheim baut an. Ein älteres Gebäude musste den Baggern weichen, anstelle dessen entsteht für rund 800 000 Euro ein zweistöckiger Bau sowie ein weiterer Freiauslauf für Hunde mit einer Größe von etwa 1 400 Quadratmetern. Dieser ist schon fast fertig, was noch fehlt ist die „Möblierung“. Finanziert werden die Baumaßnahmen komplett durch Spenden. „Daher würden wir uns natürlich über weitere Zuwendungen freuen“, betont Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins.

Denn die Kosten übersteigen den Betrag, der ursprünglich eingeplant war. „Der Mutterboden hat sich als nicht so stabil erwiesen, wie anfangs gedacht“, erklärt Apel.

BIS ZU 60 von Katze Annies Artgenossen sollen in dem Neubau Platz finden.

Hintergrund ist die steigende Zahl an Tieren, dass nun, zwei Jahre nach dem letzten Anbau, das Tierheim wieder erweitert wird. „Wir können mit den Kapazitäten, wie wir sie jetzt haben, beispielsweise nicht genügend Rücksicht auf die Platzbedürfnisse unserer Hunde nehmen“, betont der Tierschützer. Das soll im Neubau möglich sein, denn der bietet im Erdgeschoss mehreren Hunden und im Obergeschoss bis zu 60 Katzen ausreichend Platz. Für die Samtpfoten werden mehrere Katzenstuben mit Kratzbäumen und Spielzeug eingerichtet, außerdem führt eine kleine Katzenklappe in der Tür auf einen vergitterten Balkon. Dazu gehören auch Futterküchen und Systeme für eine leichtere Reinigung der Räume. „Außerdem können wir so unser Vermittlungssystem verbessern“, erklärt Wolfgang Apel. „Die Besucher haben die Gelegenheit, sich in Ruhe eine Katze auszusuchen und sie auch kennenzulernen.“

Auch die geplanten Hundezwinger sind größer als die bisherigen. „Wir können dort zum Teil auch mehrere Hunde gleichzeitig unterbringen. So haben die Tiere mehr Beschäftigung und lernen, mit anderen Hunden zu leben.“ Auf etwa 17 bis 20 Quadratmeter pro Zwinger sollen sich die Hunde näher kommen. Doch nicht nur das Verstehen mit anderen Hunden ist dem Tierheim ein Anliegen, auch der soziale Kontakt zu Menschen ist wichtig. Mehrere ehrenamtliche Gassigeher bemühen sich um die Vierbeiner. Für die Katzen dagegen sind mehrere „Katzenflüsterer“. Große Umsiedlungsaktionen für die Zeit der Bauarbeiten mussten die Tierheimmitarbeiter nicht vornehmen, „wir bauen schließlich an und nicht um“, erklärt Wolfgang Apel.

Auf dem Gelände des Bremer Tierheims drehen sich die Betonmischer – ein neuer Anbau für Hunde und Katzen entsteht. Ein Grund, weswegen so viele Tiere ein Obdach im Tierheim brauchen, ist die Verweildauer. „Heutzutage ist die Zeit, in der alle bei uns abgegebenen Tiere gründlich untersucht, geimpft und – im Fall von Katzen und Hunden – gechipt werden einfach länger“, erklärt Wolfgang Apel. „Wir wollen so sicher wie möglich sein, dass die Tiere, die wir vermitteln, gesund sind. Aber hundertprozentig ist das natürlich nie möglich.“ Denn um die Gesundheit der Vierbeiner ist es nach Apels Auskunft oft katastrophal bestellt: Katzenseuche, Würmer, Pilze. Sieben Tierärzte sind dafür zuständig, dass jedes im Tierheim abgegebene Tier untersucht wird. Ein weiterer Grund für eine lange Verweildauer ist auch die Tatsache, dass sich große Hunde in der Stadt nicht so gut vermitteln lassen, so Apel. „Und bei älteren Tieren ist die Vermittlung schwieriger.“

AUF DEM Gelände des Bremer Tierheims drehen sich die Betonmischer – ein neuer Anbau für Hunde und Katzen entsteht.
KATZENSTUBEN WIE diese sollen auch in dem neuen Anbau eingerichtet werden. Sie bieten die Möglichkeit für ein neues Vermittlungssystem, bei dem sich die Katzen und potentielle Halter besser kennenlernen können.

Auch die steigenden Katzenzahlen haben einen Grund: Früher waren es etwa 120 Katzen im Bremer Tierheim, dass die Zahl heute höher liegt – dafür sieht Apel den Grund bei den Haltern. „Die Leute werden leider immer gleichgültiger undvernachlässigen das Kastrieren“, so der Tierschützer. „Wir haben zwar seit einem Jahr die Kastrationspflicht, und das ist auch ein wichtiger Schritt – dennoch wird es einige Jahre dauern, bis sich das in den Köpfen der Leute festgesetzt hat.“ Daher nutzt das Tierheim zur Zeit unter anderem Versammlungsräume, um die Katzen unterzubringen. „Wir können ja keine Katze abweisen“, so Apel. „Und ohnehin sind wir für alle Tiere da.“ Dazu gehören auch einige Exoten, bis hin zu Echsen und Affen.

Doch im Mittelpunkt stehen zunächst die Hunde und Katzen, die demnächst den Neubau mit Leben füllen werden. „Wir hoffen, dass die Arbeiten im August beendet sind“, macht Wolfgang Apel deutlich. „Doch jeder Tag eher ist ein Erfolg für die Tiere.“

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