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Bremen feiert neues Leben auf den Tanzflächen

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Von: Martin Kowalewski

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 DJ Kremin (v.l.), Jan-Thore Kulke und DJ Luke Madness.
Munter hinter dem Mischpult im „NFF-Club“: DJ Kremin (v.l.), Jan-Thore Kulke und DJ Luke Madness. © Kowalewski

Bremer Clubs und Diskotheken starten wieder durch. Mit 26-Plus-Regeln und ohne Maskenpflicht. Am Freitagabend meldete unser Chronist lange Warteschlagen und volle Tanzflächen. 

Bremen – Riesige Schlangen vor dem „NFF-Club“ und dem „La Viva“, junge Leute, die feiern vollen, freundliche Stimmung und volle Säle und Tanzflächen. Am Freitagabend haben Diskotheken in Bremen wieder losgelegt – unter 2G-Plus-Bedingungen. Auch im Viertel sind viele Leute unterwegs. So geht es aufs Frühjahr zu und auf den 20. März, an dem womöglich alle wesentlichen Corona-Beschränkungen fallen.

Da 2G-Plus umgesetzt wird, entfällt nicht nur die Abstands-, sondern auch die Maskenpflicht. Anders als in Niedersachsen. Sowohl Jan-Thore Kulke, der den „NFF-Club“ in der Innenstadt zusammen mit seinem Vater Thore Kulke betreibt, als auch Bülent Ünal, vertretungsberechtigter Geschäftsführer des „La Viva“ beim Hauptbahnhof, sagen, mit Maskenpflicht hätte man nicht geöffnet. Das sei nicht zu kontrollieren, sagt Jan-Thore Kulke. Ünal ergänzt: „Unser Produkt ist Nähe.“ Mit Masken auf den Gesichtern fände keine passende Interaktion statt. Doch die Stimmung stimmt an diesem Abend. In beiden Clubs erzählen junge Menschen, wie froh sie sind, endlich wieder weggehen und feiern zu können.

Schon lange, bevor geöffnet wird, warten viele Feierwillige vor dem „NFF-Club“. Drinnen ist es voll. Die Party tobt. Jan-Thore Kulke ist viel im Club unterwegs. Von hinter dem DJ-Pult schießt er eine Ladung Konfetti über die munter zu den Beats tanzende Menge. Hinter den Reglern sorgen DJ Luke Madness und DJ Kremin für die Musik. Hiphop, House und Charts stehen auf dem Programm. Am Freitagabend dürfen Gäste ab 16 Jahren kommen. Das Publikum ist jung.

Andrang pur, die Party tobt

Andrang pur. Kulke sagt, er wolle den Leuten einen Raum zu bieten, wo sie die ernsten Themen der Gegenwart mal vergessen können. Gerade in schlimmen Zeiten bräuchten die Leute Räume, um den Kopf freizubekommen.

20 Menschen arbeiten an diesem Abend im „NFF-Club“. Kulke hat an diesem Tag schon einiges hinter sich. So hat er kurz vor der Öffnung noch eine Fotobox instandgesetzt. „Dafür brenne ich, das zu organisieren, Probleme zu lösen, Leuten eine gute Zeit zu bescheren“, sagt er.

Ernesto und seine Spanier

Auch vor dem „La Viva“ steht eine sehr lange Schlange. Es ist Studenten-Freitag, Studenten kommen gratis rein. Bülent Ünal ist mehr als zufrieden. Haupt-Tag sei eigentlich der Sonnabend, sagt er. Ernesto ist bereits voll in Fahrt. Auch auf den Tanzpodesten ist einiges los. DJ Ernesto fragt auf Spanisch: „Wo sind meine Spanier.“ Und, ja, es sind Spanier da. Wer einen Musikwunsch hat, kann ihn auf einen Zettel schreiben, das ist sicherer in Zeiten von Corona.

Bülent Ünal vom „La Viva“ inmitten feiernder Gäste.
Wieder Partyleben: Bülent Unal vom „La Viva“ inmitten feiernden Gäste. © Kowalewski

„Bis Donnerstagabend haben wir noch viel vorbereitet“, sagt Ünal. Hier arbeiten 40 Leute. 60 bis 70 Prozent der Besucher sind an diesem Abend geboostert, sagt Ünal. Die Kontrollschlange habe sich erst um 3 Uhr aufgelöst. Vor diesem Hintergrund empfiehlt er Gästen, früh zu kommen. Er hofft auf weiter sinkende Infektionszahlen, damit auch skeptische Menschen wiederkommen.

„Nochmal zu schließen, wäre ein Super-Gau“

Thore Kulke, der auch einem Bremer Diskokollektiv angehört, sagt viele Jugendliche müssten angesichts der langen Schließzeiten aufgrund von Corona erstmal gewonnen werden. Jetzt müsse es weitergehen. „Nochmal zu schließen, wäre ein Super-Gau für viele“, sagt er. Viele hätten renoviert und viel Geld in die Hand genommen.

Die „Lila Eule“ im Viertel hat nicht geöffnet. Gründe seien Renovierungsarbeiten sowie der Krieg in der Ukraine, sagt Inhaber Michael Pietsch. Über den Neustart im Nachtleben freut sich auch Edu Woltersdorff vom „Modernes“ in der Neustadt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagt er, man habe etliche der Angestellten halten können. Personalmangel ist ein großes Problem in der Branche geworden. Viele Mitarbeiter haben sich neue Stellen gesucht. 2G-Plus sei zwar kontrollaufwendig, aber besser als geschlossen zu haben, sagt Woltersdorff.

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