Interieur und Landschaft zugleich

Neues „Bild des Monats“ im Overbeck-Museum

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Das Gemälde „Aquarium auf der Fensterbank“ von Fritz Overbeck ist im Dezember „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Innenwelt und Außenwelt, das Drinnen und das Draußen auf einem Bild – ein für den Künstler vergleichsweise ungewöhnliches Gemälde ist es, das nächste „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum: „Aquarium auf der Fensterbank“ von – eben – Fritz Overbeck.

Für Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi ist es sogar „eines der wohl ungewöhnlichsten Bilder, die Fritz Overbeck je malte“ – weil es sich um „eine Darstellung von Interieur und Landschaft, von Drinnen und Draußen zugleich“ handelt.

Der Blick geht aus einem Fenster über verschneite Wiesen und Felder, im Vordergrund rückt eine Fensterbank mit Aquarium und Blumentöpfen ins Bild. Pourshirazi weiter: „Der Maler erlaubt so zugleich einen Blick in sein Wohnhaus und den Blick hinaus – auf die Natur, die er so sehr liebte, dass er sie hundertfach zum Thema seiner Bilder machte.“

„Werk, das manches über den Maler verrät“

Und: „Von der Wahl der Farben bis zur Aufteilung in Vorder- und Hintergrund ist dies ein hochinteressantes Werk, das manches über den Maler verrät.“ Wie in der beliebten Reihe „Bild des Monats“ üblich, gibt es dazu wieder zwei Kurzführungen mit Pourshirazi. Sie beginnen am Mittwoch, 6. Dezember, und am Donnerstag, 14. Dezember, jeweils um 17 Uhr. Die Führung kostet zwei Euro plus Museumseintritt.

Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Ländliche Idylle zog ihn an:. „In einer Straße zu wohnen oder sonst in irgendeiner scheußlichen Umgebung, brächte ich nicht fertig“, schrieb der Künstler damals. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) seit 1990 das Museum gewidmet. Es ist täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Gemälde, Collagen und Zeichnungen

Knochenhauerstraße I: Mit dem Titel „Blick-Fang“ (samt Bindestrich) hat die Künstlerin Melissa Chelmis ihre Ausstellung überschrieben, die am Mittwoch, 6. Dezember, um 18 Uhr in den Räumen der Frauenbeauftragten an der Knochenhauerstraße 20–25 eröffnet wird. Die Künstlerin wird dabei sein, wenn Bremens neue Landesfrauenbeauftragte Bettina Wilhelm die Ausstellung eröffnet. Anka Bolduan vom Verein Bremer Frauenmuseum, der die Schau kuratiert hat, führt in das Werk von Melissa Chelmis ein. Die Künstlerin zeigt im Rahmen der Ausstellungsreihe „Kunst in der Knochenhauerstraße“ Gemälde, Collagen und Zeichnungen.

Melissa Chelmis wurde 1970 geboren und hat ihre Wurzeln in Griechenland sowie in Berlin und Bremen, wo sie lebt und arbeitet. „2002 schloss sie ihr Kunststudium an der Hochschule Ottersberg ab. Sie arbeitet als Theater- und Kunstpädagogin“, so eine Sprecherin. Seit 2007 hat Chelmis ihr eigenes Atelier in Bremen – und sie hat seitdem an zahlreichen Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen.

Die Künstlerin bevorzugt als Maluntergrund Holz, das sie aus Türen oder anderen gebrauchten Holzgegenständen gewinnt. „Alte Fußbodendielen, die Geschichten erzählen, Kistendeckel oder Setzkästen werden genutzt – genauso wie altes Leinen, Textilien aus vergangenen Zeiten und Stoffmuster, die zu Leinwänden verarbeitet werden“, heißt es. Chelmis malt mit Acrylfarben und collagiert mit gebrauchten Textilien. Ihre Ausstellung in der Knochenhauerstraße dauert bis zum 22. Februar 2018.

Der Eintritt ist frei, die Öffnungszeiten sind: Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag von 9 bis 12.30 Uhr. In der Zeit vom 27. bis 29. Dezember kann die Ausstellung nicht besucht werden.

Wochenlange Eröffnungsfeier

Knochenhauerstraße II: Die Knochenhauerstraße ist ja vor geraumer Zeit (sprich: vor etwa einem halben Jahr) zur Fußgängerzone erklärt worden (wir berichteten) – aber das ist noch nicht bei jedem Verkehrsteilnehmer angekommen. Die Macht der Gewohnheit mag hier ebenso eine Rolle spielen wie der Umstand, dass man sich die Knochenhauerstraße nicht so recht als Fußgängerzone vorstellen kann. Aber das soll sich nun ändern! Die Einzelhändlervereinigung City-Initiative jedenfalls hat sich etwas ausgedacht – eine richtig lange Eröffnungsfeier, wie es heißt. „Vom 1. bis 23. Dezember erwartet die Passanten ein abwechslungsreiches und weihnachtliches Eröffnungsprogramm“, so eine Sprecherin. Zum Auftakt erklingt am Freitag, 1. Dezember, um 12.30 Uhr Live-Musik. Konditormeister Bernard Timphus von der Konditorei Stecker backt Baumkuchen. Neben Dr. Jan-Peter Halves (City-Initiative) wird zudem der Weihnachtsmann erwartet.

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