EU und Bund zahlen Löwenanteil

Neues Ausflugsziel am Wasser: Bremen eröffnet „Waller Sand“

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Der Strandpark „Waller Sand“ soll zum neuen Ausflugsziel werden und dient zugleich dem Hochwasserschutz.

Gutgelaunte Menschen sitzen in Liegestühlen. Kinder tummeln sich an einer Wasserstelle, um ihre Kunststoffeimerchen zu füllen, oder steigen in aufblasbare Kugeln auf einer Spielfläche. Schon vor der eigentlichen Eröffnung am Mittwochnachmittag war einiges los am „Waller Sand“. Der neue Strand am Wendebecken am Ende der Überseestadt ist ein Paradebeispiel, wie eine Hochwasserschutzmaßnahme zugleich einen Stadtteil aufwerten kann.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Mit 2,2 Hektar Größe ist der neue Strand so groß wie drei Fußballfelder. Er weist eine Dünenlandschaft auf. Sitze sind aufgestellt und Sonnenschirme aus Stroh. Von dort fällt der Blick auf den Einfahrtbereich des Getreidehafens, Schiffe, die angelegt haben, Gröpelingen, aber auch den Molenturm. Drei Anleger neben dem Strand sind außer Betrieb und können von den Besuchern begangen werden. Schwimmen dürfen die Strandbesucher allerdings nicht. Der Grund ist der Schiffsverkehr im Wendebecken.

„Der Strand ist gut geworden“, sagt Hartmut (63) aus Findorff. Er würde aber gerne eine Bierbude haben. Seiner Begleitung Dorothee (53) wären Toiletten wichtig. Snacks und Ähnliches kann man allerdings in einem Gebäude nahe dem Strand kaufen. Wegen eines benachbarten Betriebes mit Getreideumschlag gibt es sowas auf dem Strand nicht.

Entspannung in Liegestühlen. Foto: Kowalewski

In den Strandbereich sind alle Elemente eingearbeitet, auf die es beim Hochwasserschutz ankommt, sagt Bremens Bausenator Joachim Lohse (Grüne) bei der Eröffnung. So sei die Strandpromenade der Deichverteidigungsweg. Ein Weg am Wasser sei zugleich ein Räumungsweg. Der Strand selbst diene der Befestigung.

Vor dem Strand am Wasser befinden sich 22. 000 Kubikmeter Natursteine. Darunter, nicht zu sehen: ein Schüttdeich, der den Sand festhält. „Das Wasser strömt unter dem Strand ein und aus, nimmt den Sand aber nicht mit“, sagt Ingenieur Winfried Geisel, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). 175. 000 Kubikmeter Sand wurden per Schiff aus einer Sandgrube bei Achim über die Weser hergebracht, etwa 1 .000 Kubikmeter pro Schiff, so Geisel weiter. Die Alternative wären 17 0.00 Lkw-Fahrten gewesen.

Zwischen dem ersten Spatenstich und der Eröffnung lagen nicht einmal zwei Jahre. Allerdings ist der „Waller Sand“ noch nicht ganz fertig. Da sich der aufgetragene Sand noch setzen muss, wird die vollständige Bepflanzung sowie die Einrichtung aller Bänke und Sitzmauern erst zwischen 2020 und 2022 beendet werden.

Das Projekt hat wegen der „optimalen Verbindung von Stadtentwicklung und Hochwasserschutz“ finanzielle Unterstützung seitens der EU bekommen. Von den 9,8 Millionen Euro, die das Projekt gekostet hat, kommen 78 Prozent von der EU und vom Bund. Das sind rund 7,65 Millionen Euro. Den Rest trägt das Land Bremen. „Mit den reinen Mitteln für den Küstenschutz hätte es bloß eine Spundwand gegeben“, so Lohse. „Der Strandpark eignet sich als Ausflugsziel für alle Bremer sowie die Gäste unserer Stadt“, betont Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD).

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