Premiere bei Eiswettspiel am Dreikönigstag

Ein neuer Präsident

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Disput am Punkendeich: Mit dabei sind der Medicus (v.l.), der Notarius und der Eiswettschneider.

Bremen - Von Jörg Esser · Die Bremer Eiswette ist viel älter als der SilvesterFernsehklassiker „Dinner for One“. Und vor allem wartet sie immer mal wieder mit neuen Hauptdarstellern auf.

So wird bei der 184. Auflage des traditionellen Eiswettspiel am Punkendeich, das wie jedes Jahr am Dreikönigstag (6. Januar) um 12  Uhr beginnt, mit dem Versicherungsunternehmer und früheren Handelskammer-Präses Patrick Wendisch ein neuer Eiswettpräsident ins Spektakel am Weserufer gehen. Er trifft vor allem auf den vorlauten Eiswettschneider, in dessen grünem Zwirn Burckhard Göbel steckt. Der Schneider legt die Statuten des ehrwürdigen Eiswettvereins sehr frei aus. Das wiederum garantiert Ärger mit dem Notarius Publicus, unter dessen Perücke sich der CDU-Fraktionschef und Rechtsanwalt Thomas Röwekamp verbirgt. Schließlich wird sich der Medicus alias Uwe Lühring in den Disput einmischen. Und die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar. Die Morgenländer gelten seit Jahren als Tempobolzer. Sie sind offensichtlich im permanenten Reisestress und mögen keine langwierigen Debatten. Nun denn.

Schnell unterwegs – zumindest bergab – sind zumeist auch die Novizen. Das sind junge Kaufleute, die sich ihre Aufnahme in die Eiswettgesellschaft erarbeiten müssen. In diesem Jahr sind es acht – Jens Assheuer, Achim Böhme, Prof. Dr. Michael Bohnsack, Kai-Uwe Hollweg, Dr. Klaus Meier, Thilo Schmitz, Jan-Gottfried Stehnke und Tom Stankewitz. Ach, bei der Eiswette geht es übrigens darum, ob die Weser „geiht oder steiht“. Aber der Fluss fließt ja immer und friert nicht mehr zu.

Vielmehr ist die Eiswette ein Marketinginstrument für Bremen. Beim Stiftungsfest des Eiswettvereins im Congress Centrum werden am Sonnabend, 19. Januar, ab 14.30 Uhr bis zu 770 Herren aus ganz Deutschland in Frack und Smoking an den wie Eisschollen angeordneten Tischen Platz nehmen. Das üppige und mehrstündige Mahl „steht im Licht der Großkonzerne“, sagt Wendisch. Festredner sind in diesem Jahr Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube und Daimler-Benz-Boss Dieter Zetsche.

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