Neuer Name zum Neuanfang

Aus dem Musicaltheater wird das Metropol-Theater Bremen

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Jörn Meyer verpasst dem bisherigen Musicaltheater am Richtweg zum Neuanfang einen neuen Namen: Künftig heißt es Metropol-Theater Bremen.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Zum Neuanfang einer neuer Name: Aus dem Musicaltheater wird ab 8. Januar 2018 das Metropol-Theater Bremen. „Was drin ist, soll auch draufstehen“, sagt im Gespräch mit unserer Zeitung der neue Betreiber des Hauses, Jörn Meyer.

Der 44-Jährige mit langjähriger Erfahrung im Veranstaltunsgeschäft will mit dem neuen Namen deutlich machen, dass im Haus mehr als Musicals zu sehen sind.

Meyer übernimmt das Musicaltheater, pardon, das Metropol-Theater, im Januar. Mit ihm als neuer Betreiber gelang es Eigentümer Rolf Specht (65), das Theater am Richtweg zu retten. Mit dem bisherigen Betreiber „Mehr Entertainment“ fand sich keine Basis zur weiteren Zusammenarbeit. Da die Ressorts Wirtschaft und Kultur das private Theater nicht unterstützen wollten, dachte Specht bereits über Abriss und Wohnungsbau nach. 

Da sich das auch nicht so einfach gestaltete und es zudem Proteste hagelte, bemühte sich der „Bremer Unternehmer 2010“, das Leben im Musicaltheater zu erhalten – mit Erfolg. Den Kontakt zwischen Specht und Jörn Meyer, der 20 Jahre für den Tourneeveranstalter und Produzenten BB-Promotion (Mannheim, Köln) tätig war, stellte Lothar Behnke, lange Jahre örtlicher Veranstalter in Bremen (Programm-Concept), her.

Stärke als Mittelständler ausspielen

Eigentlich wollte Jörn Meyer sich eine längere Pause gönnen und mit seiner Frau mehrere Monate durch Europa touren, wie er erzählt. Nun ja, immerhin wurden zwei Monate daraus. Jetzt hat er einen langfristigen Vertrag mit Specht bis April 2023, wohnt längst in der Region und macht Ernst mit seiner Ankündigung aus dem Oktober, dass er seine Stärke als Mittelständler vor Ort ausspielen will.

Der neue Name des Hauses steht für einen Neuanfang und ein genreübergreifendes Programm, das seit Jahren praktiziert wird. Einst Zentralbad, später Astoria und Markthalle, feierte das Haus 1999 mit dem Musical „Jekyll & Hyde“ Premiere. 

Ein hervorragendes Stück mit Ethan Freeman in der Hauptrolle, aber Bremen kam mit dem Musicalhaus letztlich zu spät, das Konzept ging nicht auf. Mit Theater, mit Musicals, mit Zirkus, mit Magie, mit Konzerten fand das Haus schließlich seinen Platz. Meyer will an diese Mischung anknüpfen, ist weiter offen für vieles wie Rock, Pop, Firmen-events und Jobmesse. Nur Politisches schließt er aus.

Für die Metropolregion und das Bremer Umland

Metropol steht für ihn auch für die Metropolregion, das Bremer Umland, aus dem etwa 60 Prozent der Besucher des Hauses kommen. Ein Metropol-Theater gab es bereits einmal in Bremen, hat Meyer herausgefunden. Es war ein großes Kino und stand dort, wo sich heute das Parkhaus Am Brill befindet. 1944 wurde es durch Bomben zerstört.

Zurück in die Gegenwart: Punkten will der 44-Jährige mit Regionalität und Dienstleistung. Soll heißen: Er arbeitet mit Partnern vor Ort zusammen – sei es beim Strom, Gas oder bei den örtlichen Veranstaltern. Dabei setzt Meyer auf persönlichen Kontakt und kurze Entscheidungswege. Zur guten Dienstleistung gehört für ihn auch, dass die Zuschauer im Vorfeld darüber informiert werden, dass sie keine Jacken und nur Taschen im DIN-A-4-Format mit in den 1 400 Menschen fassenden Saal mitnehmen dürfen.

Und für die Gastronomie, die er wieder stärker in den Fokus rücken will, hat er sich mit Barry Randecker (Theatro, Intermezzo, Meierei) ebenfalls einen Bremer Profi ins Boot geholt. Die Bar wird vor den Shows geöffnet, die Zwischentür zum Theater nicht mehr geschlossen sein. Jörn Meyer: „Es gibt nicht nur Brezeln, sondern wieder kleine Gerichte. Im Vorfeld können die Besucher Gastro-Pakete buchen, ihren Abend planen.“ Meyer sieht das Haus samt Gastronomie als Einheit. In den Pausen sollen die Lounges wieder geöffnet werden.

Künftig eigener Markenauftritt

Das Metropol-Theater wird künftig einen eigenen Markenauftritt bekommen, anders als bisher. Meyer erklärt sein Konzept so: „Ich will Menschen zusammenbringen, unterstützt mit Werbung und gutem Service.“ Letzterer soll auch für die Künstler gelten, damit diese sich im Haus gut aufgehoben fühlen.

Meyers Ziel sind mindestens 150 Veranstaltungen im Jahr, dann geht sein Konzept auf. Dass dies im ersten Jahr nicht gelingen wird, ist dem Profi klar. „Aber fürs erste Jahr sind wir auf einem guten Weg“, freut er sich. „Ballet Revolucion“ (2./3. Februar), Hans Klok (8. bis 11. März), Falco (4. Mai), Julia Engelmann (13. Oktober) und Marillion (1. Dezember) sind einige der Events.

Neben Allrounder Meyer gehören zwei weitere Mitarbeiter zum Team. Zu erreichen ist das Haus ab 25. November unter:

www.metropol-theater-bremen.de

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