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Neuer Breakbulk-Liniendienst stärkt den Neustädter Hafen

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Von: Thomas Kuzaj

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Platz für den Umschlag von Projektladung sowie von Stahl- und Forstprodukten: Drohnen-Blick auf den Neustädter Hafen.
Platz für den Umschlag von Projektladung sowie von Stahl- und Forstprodukten: Drohnen-Blick auf den Neustädter Hafen. © BLG

Bremen – Der Neustädter Hafen gilt als Europas größtes Terminal für Stahl- und Forstprodukte sowie (sperrige) Projektladung. Jetzt wird der Bremer Schwer- und Stückguthafen weiter gestärkt. Wie der Bremer Seehafen- und Logistikdienstleister BLG Logistics berichtet, will die norwegische Reederei Norlat Shipping einen neuen Breakbulk-Liniendienst einrichten: Vom Neustädter Hafen aus soll es regelmäßig zu Häfen an der US-Ostküste und im Golf von Mexiko gehen.

„Der neue Dienst wird sich auf massenhafte Stückgüter wie Forst- und Stahlprodukte fokussieren. Die erste Abfahrt ab Bremen zeigt Norlat Shipping im kürzlich veröffentlichten Fahrplan für Anfang Juni an“, so eine BLG-Sprecherin. Der weltweite Mangel an Containern hat dem Stückgutbereich in Pandemiezeiten zusätzliche Umsätze beschert. Im vergangenen Jahr habe sich der Neustädter Hafen „mit 1,3 Millionen Tonnen Umschlag“ in einem „wettbewerbsintensiven Umfeld“ gut behauptet, hieß es Ende April bei der Präsentation der BLG-Bilanz für 2021. In der Aufnahme des neuen Dienstes durch Norlat Shipping sieht die BLG nun ein „wichtiges Signal“, denn: „Verkehre nach Nordamerika waren für die Bremischen Häfen immer ein Rückgrat. Die Entscheidung von Norlat, den Neustädter Hafen regelmäßig zu bedienen und den hier etablierten Ladungskunden ein neues Angebot zu machen, ist sehr erfreulich und wird wesentlich dazu beitragen, unsere Position für dieses Fahrtgebiet zu behaupten“, so Sven Riekers, Vertriebsleiter für die Breakbulk-Aktivitäten der BLG-Gruppe.

Man kenne die Strukturen in Bremen und schätze „die operative Kompetenz der BLG“, erklärte Thomas Johansen von Norlat Shipping. „Langjährige persönliche Erfahrungen“ mit dem Terminal hätten der Reederei die Entscheidung für Bremen leicht gemacht. Norlat Shipping mit Hauptsitz in Sarpsborg fährt seit etwa 30 Jahren mit eigenen und gecharterten Schiffen überwiegend von Skandinavien nach Nordafrika und in die USA.

Bremer Häfensenatorin aus Island zurück

Von Afrika und Amerika nach Island – Bremens Häfensenatorin Claudia Schilling (SPD) ist dieser Tage von einem dreitägigen Island-Besuch zurückgekehrt. Am Finnafjord im strukturschwachen Nordosten Islands ist die Bremer Hafengesellschaft Bremenports an der Planung eines Tiefwasserhafens beteiligt. Erste Baumaßnahmen „könnten in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehntes“ beginnen, hieß es nach Schillings Reise. Der Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe und Dr. Klaus Meier, Gründer der Windenergieprojektgesellschaft WPD, hatten die Senatorin begleitet. „Die Reise hat gezeigt, dass die isländische Regierung und die Gemeinden im Nordosten auf eine enge Kooperation mit Bremen setzen“, erklärte Schilling.

Container-Turm wieder offen

Die Arbeit im Hafen, sie hat auch eine touristische Komponente, wo wüsste man das besser als in Bremerhaven? Besucher können dort aus 15 Metern Höhe auf Europas längste Stromkaje, auf Schleusen, Autos und Container blicken – oder besser: sie können es wieder. Möglich wird der attraktive Ausblick durch einen stilvollen Turm aus acht 40-Fuß- und vier 20-Fuß-Containern. Der Orkan „Zeynep“ aber hatte im Februar ein großes Loch in die Balustrade des Container-Aussichtsturms gerissen. Lieferschwierigkeiten bei Metallblechen verzögerten die Reparaturarbeiten, so die Bremerhavener Touristikgesellschaft. Jetzt sei der Turm repariert und für die Öffentlichkeit freigegeben. Die Sicht ist wieder frei in Bremerhaven.

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