Jury votiert für Entwurf aus Berlin

Auf Mondelez-Areal entstehen die „Weserhöfe“: 300 neue Wohnungen

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Christian Jacobs (l.) und Joachim Linnemann präsentieren den siegreichen Entwurf des Berliner Architektenbüros „Léonwohlhage“ für das geplante Wohngebiet „Weserhöfe“.

Bremen - Von Jörg Esser. Und weiter geht’s. Bremens Innenstadt wächst weiter. In der alten Neustadt, an der Kleinen Weser, auf dem Areal hinter dem früheren Mondelez-Verwaltungsgebäude. Das 14.000 Quadratmeter große Areal trägt den Arbeitstitel „Weserhöfe“.

Die Jury unter Vorsitz von Professor Jörn Walter (Hamburg) hat am Dienstag getagt und sich für den Entwurf des Berliner Architektenbüros „Léonwohlhage“ entschieden. Die Innenstadt wandelt sich. Und einer der Drahtzieher und Investoren ist Christian Jacobs, Spross der Kaffee-Dynastie und Urgroßneffe des Firmengründers Johann Jacobs. Christian Jacobs baut zwischen Obern- und Langenstraße ein neues „Johann-Jacobs-Haus“ und einen „Jacobs-Hof“. 

Und auch auf der anderen Weserseite ist er aktiv. Gemeinsam mit dem Bremer Immobilienunternehmen Justus Grosse hat sich Jacobs den Zuschlag für das Gelände gegenüber dem Teerhof, in der Verlängerung der Bürgermeister-Smidt-Brücke an der Langemarckstraße gesichert. Jenes Areal ist durch den Wegzug der Deutschland-Zentrale des US-Konzerns Mondelez (davor: Kraft Foods) freigeworden. Auch der Firmenschriftzug auf dem Verwaltungsgebäude ist mittlerweile verschwunden.

Wohnprojekt und Bürostandort

Jacobs und Grosse teilen sich das Areal, das als Kombination aus Wohnprojekt und zukunftsfähigem Bürostandort konzipiert wird. 10.000  Quadratmeter gehen für das Wohnbauprojekt an Grosse, der Büroriegel an der Langemarckstraße an Jacobs. Dort soll der Büroturm am Brückenkopf stehenbleiben und saniert werden. Im Bürokomplex am Lucie-Flechtmann-Platz bleibt die Zentrale von Jacobs Douwe Egberts (JDE), die das Kaffeegeschäft von Mondelez gekauft haben. Zwischen den beiden Komplexen soll ein Neubau entstehen, sagt Jacobs.

Weit mehr ändert sich auf dem rückwärtigen Areal. Dort sollen in einer Zeile rund 300  Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von etwa 30 000 Quadratmetern entstehen, sagt Justus-Grosse-Gesellschafter Joachim Linnemann. Bis zu acht Geschosse geht es in die Höhe. Viel Grün ist geplant, auch kleine private Gartenbereiche. Dachflächen sollen als Gemeinschaftsflächen genutzt werden. 25 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert. Zudem sind Studentenwohnungen, Miet- und Eigentumswohnungen geplant.

Altgebäude müssen weichen

Zunächst müssen Altgebäude weichen – dazu zählen laut Stadtbaudirektorin Prof. Iris Reuther ein Parkhaus, ein Bunker, die Betriebskantine und Lagerhallen. Parkflächen für die Bewohner der „Weser Höfe“ entstehen in einer Tiefgarage. Die „relativ attraktiven“ Büroflächen, die fußläufig an die Altstadt angebunden seien, will Jacobs vermieten. „JDE bleibt, alles andere ist offen.“

Jetzt soll das Projekt zügig angeschoben werden und die nächsten Hürden nehmen. Der Beirat Neustadt kommt erneut ins Spiel, die Deputationen und die Bremische Bürgerschaft. Ein Bebauungsplan muss aufgestellt werden. „Das dauert nicht nur Wochen“, sagt Reuther. „Ein Zeitraum von einem Jahr bis zum Baubeginn sei „sportlich, aber machbar“, ergänzt Linnemann.

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