Veränderte Routen, Blühwiese für Bienen

Klettern in Bremen: Alpenverein mit neuen Wegen

Mit dieser Handmaschine verteilt FÖJler Lennart Jaeschke beim Kletterzentrum des Bremer Alpenvereins in Horn die Samen auf einer Wildwiese für Bienen.
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Mit dieser Handmaschine verteilt FÖJler Lennart Jaeschke beim Kletterzentrum des Bremer Alpenvereins in Horn die Samen auf einer Wildwiese für Bienen.

Bremen – „Wenn wir wieder öffnen, wird es ein Schlaraffenland für die Kletterer“, sagt Jonas Loss, Betriebsleiter des Kletterzentrums der Sektion Bremen des Deutschen Alpenvereins in Horn. Gut 50 Prozent der Routen seien neu. Loss und sein Team haben die Corona-Schließzeit genutzt.

Gearbeitet wurde auch an inneren Prozessen, Forstwissenschaftler Loss hat ein Nachhaltigkeitskonzept geschrieben. Darin sind bestehende Maßnahmen, aber auch neue für die Zukunft aufgeführt. Die Maßnahmen sind 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zugeordnet. Schon seit der Eröffnung 2015 werden diese Ziele im Kletterzentrum bedacht, sagt Loss. So hat das Zentrum etwa Solarzellen auf dem Dach, bezieht Fernwärme und Ökostrom.

Kostenlose Bewegungsangebote für Schulklassen sind dem Ziel „Gesundheit und Wohlergehen“ zugeordnet, eine Stelle für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (Ziel „Hochwertige Bildung“) gibt es auch. Geplant ist eine Ladestation für E-Autos entsprechend dem Ziel „Nachhaltige Städte“.

Kletterfan Lennart Jaeschke aus Lesum ist seit einigen Monaten der FÖJler beim Bremer Alpenverein. Der 19-Jährige kletterte vor dem Lockdown auf Schwierigkeitsgrad 7 – die Skala reicht bis zwölf. Strecken bis zum Schwierigkeitsgrad 7 schraubt er auch an die Wand. Aktuell ist das mangels Besuchern seine Hauptaktivität. „Es ist schwerer, eine leichte Route zu schrauben als eine schwere. Dafür braucht man eine gute Vorstellung, wie ein Anfänger sich fühlt“, sagt Loss.

Nachhaltigkeit ist dem Bremer Alpenverein wichtig

Auch zwei ökologische Projekte betreut Jaeschke. Eine Blühwiese für Bienen und eine Benjeshecke. Die beiden neuen Projekte gehören zum Nachhaltigkeitsziel „Leben an Land“, bei dem es unter anderem um Biodiversität und Artenvielfalt geht. Lennert hat die 600 Quadratmeter große Wiese mit einer Handmaschine gepflügt. Das hat etwa vier bis fünf Stunden gedauert. Die Samen hat er mit einer Hand-Dosiermaschine verteilt, danach die Wiese mit einer schweren Handwalze bearbeitet.

Dabei handelt es sich um die Frühjahrsansaat „Blühende Landschaft“ des Unternehmens Rieger-Hofmann (Baden-Württemberg) mit 40 Prozent Wildblumen und 60 Prozent-Kulturpflanzen. Die Saatgutmischung spendierte die Allos Hof-Manufaktur in Bremen. Schon seit 2012 legt sie Blühfelder an, zunächst kleine Blühstreifen in Drebber und Umgebung, heißt es auf der Firmenhomepage. Seit 2015 gibt es das Projekt „Biene sucht Blüte“, in dem mit Kooperationspartnern Naturwiesen entstehen, 2020 waren es bereits zehn Hektar, so Pressesprecherin Jana Schamuhn. Die 2014 an den Start gegangene Allos Hof-Manufaktur basiert auf der Gründung von Allos 1974 in Drebber, so Schamuhn.

Bald „Power-Honig“ aus Bremen

Fünf Bienenvölker leben bereits seit vergangenem Jahr in ihren Stöcken hinter einem Zaun an der Wiese des Alpenvereins. Fünf weitere sollen im Sommer dazu kommen. Das Kletterzentrum kauft dem Imker, dem die Bienenvölker gehören und der diese betreut, den Honig ab. Im Sommer will das Kletterzentrum ihn unter dem Namen „Power-Honig“ verkaufen.

Neue Routen hat das Kletterzentrum des Alpenvereins vorbereitet, hier Betriebsleiter Jonas Loss.

Um die Wiese und die Fläche mit den Bienenvölkern soll ein Lehrpfad entstehen, die Aufgabe des nächsten FÖJlers. Der Pfad wird auch entlang der Benjeshecke führen, die aus Totholz besteht. „Die Hecke bewächst sich selber mit Samen aus Wind und Vogelkot“, sagt Loss. Auch am Lehrpfad: ein Fledermauskasten und hinter einem Zaun ein „Insektenhotel“ als Unterschlupf- und Brutmöglichkeit.

Seit November ist das Kletterzentrum geschlossen, es war nur kurzfristig für Individualsport geöffnet. Loss hofft, dass bei einem Inzidenzwert von unter 100 wieder in Slots geöffnet werden kann, so wie es im Sommer 2020 war. Dann wären wieder Besuche mit Voranmeldung und unter strengen Corona-Regeln möglich. Unter solchen Bedingungen könnten drinnen und draußen jeweils zehn Seilschaften trainieren, jeweils zwei Personen, eine klettert, die andere sichert am Seil. Angeboten werden zweistündige Slots. „Normal trainieren die Besucher auch gerne mal vier Stunden“, sagt Loss. Zu „normalen Zeiten“ kommen 100 Tagesgäste, im Slot-Betrieb wäre es die Hälfte. Wegen der zeitlichen Einschränkung ist der Eintritt um 20 Prozent reduziert. Kontakt: Kletterzentrum, Robert-Hooke-Straße 19, www.kletterzentrum-bremen.com

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