Planfeststellungsverfahren für Eisenbahnunterführung in Sebaldsbrück vor dem Abschluss

Der neue Tunnel soll tiefergelegt werden

Marode und zu klein: Ein Neubau 80 Meter westlich soll den Zeppelintunnel in Sebaldsbrück ersetzen. Pläne gibt es seit Jahren. Für 2021 wird der Baustart anvisiert. Foto: ESSER

Bremen - Von Jörg Esser. Zwei der 155 Bremer Eisenbahnbrücken sind so marode, dass sie durch einen Neubau ersetzt werden müssen – eine in Gröpelingen und eine in Bremerhaven. Das hat das Bundesverkehrsministerium jüngst mitgeteilt. Doch auch diese Brücken gelten als sicher, sonst würde kein Betrieb zugelassen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Weitere Bremer Brücken sind in die Jahre gekommen. Für die Eisenbahnbrücke über der Sebaldsbrücker Heerstraße, die laut Deutscher Bahn seit 1913 in Betrieb ist, gibt es konkrete Neubaupläne. Die Planfeststellungsverfahren seien abgeschlossen und stünden kurz vor der Verabschiedung, bestätigt Jens Tittmann, Sprecher des Bremer Verkehrsressorts auf Anfrage.

Der Neubau soll 80 Meter westlich des heutigen Zeppelintunnels entstehen, über den der Verkehr der Bahnstrecke Bremen-Hannover läuft. Der Tunnel unweit der Zeppelinstraße ist marode. Und er ist mit einer Durchfahrtshöhe von 3,65 Metern für diverse Fahrzeuge zu klein. Er ist folglich ein häufiger Gast in den Verkehrsnachrichten, weil sich immer mal wieder ein Laster festfährt, die Hochleitung abreißt und den Straßenbahnverkehr lahmlegt. Und wenn es mal kräftig schüttet, dann steht der Tunnel auch regelmäßig unter Wasser.

Die Neubauplanung läuft seit Jahren. Ein Trogbauwerk ist vorgesehen. Die Straße wird quasi zwei Meter tiefer gelegt. Im nächsten Jahr soll es losgehen. Das Verkehrsressort rechnet dann mit einer Bauzeit von drei Jahren. Der Neubau „nebenan“ gewährleistet laut Tittmann weitgehend den Weiterbetrieb des Straßenbahnverkehrs während der Bauzeit. Hier verkehren die Linien 2 und 10.

Sebaldsbrück rückt ohnehin in den Fokus der Bremer Bauplaner. Unweit des Zeppelintunnels liegt auch eine Einfahrt zum alten Könecke-Areal. Und hinter der 5,2  Hektar großen Fläche, die durch die Stilllegung der Fleischwarenfabrik freigeworden ist, liegt das Coca-Cola-Areal, das seit der Schließung des Bremer Abfüllwerks im Juli 2016 ungenutzt ist. Besitzer des 3,2 Hektar großen Geländes ist seit November 2019 der schwäbische Immobilienkonzern Wohninvest, der sich ja im Sommer 2019 für zehn Jahre die Namensrechte für das Weserstadion gesichert hat. Die Stadt hat sich für die beiden Industriebrachen im Dreieck der Bahnlinien Bremen-Hannover und Bremen-Osnabrück sowie Hastedter Heerstraße, Sebaldsbrücker Bahnhof und Hemelinger Bahnhofstraße ein Vorkaufsrecht gesichert, um auf die zukünftige Gestaltung Einfluss zu nehmen. Und Bremen hat eine Veränderungssperre für die Dauer von drei Jahren erlassen. Auf dem Gelände dürfen somit keine Veränderungen vorgenommen werden. Es darf lediglich die vorhandene Infrastruktur genutzt werden. „Das ist ein scharfes Schwert“, sagt Tittmann. Die Stadt bekommt damit Zeit für eine umfassende Bauleitplanung.

Geplant sei ein Bebauungsplan „aus einem Guss“, der beide Brachen und damit das mehr als acht Hektar große Gesamtareal erfasst. Bremen will auf beiden Grundstücken Wohnbebauung ermöglichen. Übrigens: Auch für das Könecke-Gelände gibt es jetzt Kaufinteressenten. „Die Verhandlungen laufen“, sagt Tittmann.

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