Neue Trägerrakete wird 40 bis 50 Prozent günstiger als ihre Vorgängerin / Erstflug im Jahr 2020 geplant

„Ariane 6“ soll Europas Zukunft im All sichern

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Der „Ariane-5“-Tank steht in der ansonsten noch leeren „Ariane-6“-Produktionshalle auf dem Airbus-Gelände am Bremer Flughafen. Die neue Trägerrakete soll mit zwei separaten Tanks für Sauerstoff und Wasserstoff bestückt werden.

Bremen - Von Jörg Esser. Bremen Bremen - Von Jörg Esser. Europa bleibt im Spiel um Marktanteile im All. Die neue Trägerrakete „Ariane 6“ gilt als „Schlüssel der Wettbewerbsfähigkeit“ und „sichert Europa und Deutschland einen unabhängigen Zugang zum Weltraum“. Das sagte Pierre Godart, Geschäftsführer von Airbus Safran Launchers, gestern vor Medienvertretern in Bremen.

Die „Ariane 6“ soll mittelfristig die erfolgreiche Trägerrakete „Ariane 5“ ablösen. Für 2020 ist der Erstflug geplant, für 2023 die „volle Einsatzfähigkeit“ mit zwölf Starts pro Jahr. Solange transportiert auch die „Ariane 5“ noch Satelliten und andere Nutzlasten ins Orbit. Eines haben beide Raketen gemeinsam: Ihre Oberstufe, also das „Gehirn der Ariane“, wird in Bremen gebaut – auf dem Airbus-Areal am Flughafen und seit einem Jahr unter der Regie von Airbus Safran Launchers. Das Gemeinschaftsunternehmen der Airbus-Gruppe und des französischen des französischen Triebwerkherstellers Safran ist Hauptauftragnehmer für die „Ariane 5“ und für die zukünftige „Ariane 6“. In Bremen beschäftigt Airbus Safran Launchers 550 Mitarbeiter, bundesweit rund 1100, sagt Vorstandschef Alain Charmeau.

Die „Ariane 5“ blickt auf 70erfolgreiche Starts in Folge zurück. Der nächste Start ist in der Nacht vom 8. auf den 9. März geplant. An Bord hat die Rakete einen Telekommunikationsatelliten mit 6554 Kilogramm Gewicht. „Die Mission dauert 27 Minuten und 23 Sekunden“, sagt Sören Scholz, „Ariane-5“-Programmleiter. Dann wird der Satellit auf seiner Umlaufbahn abgesetzt. Punktgenau. Weitere sechs Starts sollen bis Ende des Jahres folgen.

Der Markt für Trägerraketen ist hart umkämpft. Die Mitbewerber kommen aus den USA, aus Russland und Japan und jetzt vor allem aus China und Indien. Airbus Safran Launchers setzt auf Flexibilität und will Produktionskosten sparen. Eine „Ariane 6“ soll 40 bis 50Prozent günstiger sein als ihre Vorgängerin, sagt Charmeau. Dafür wird an vielen Stellschrauben gedreht. Ein Beispiel: Die Raketentanks werden jetzt in Bremen produziert. Das spart Transportkosten.

Im August 2015 hat das Unternehmen den Entwicklungsauftrag für die neue Trägerrakete mit der europäischen Weltraumorganisation Esa unterzeichnet, Wert: 2.4 Milliarden Euro. Das Konzept steht: Die „Ariane 6“ wird es in zwei Versionen geben – mit zwei und vier Boostern, mit einer Tragfähigkeit von 4,5 und 10,5 Tonnen. Die neue Rakete wird auch zwei separate Tanks für Sauerstoff und Wasserstoff haben. Auch das spart Kosten. Und die „Ariane 6“ soll eine wiederzündbare Oberstufe erhalten, sagt Programmleiter Stefan Hässler. Das heißt: Sie wird gezielt entsorgt. Sie verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, nur wenige Reste landen im Meer. „Und der Orbit wird nicht verschmutzt.“

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