Studie beweist

Bremen unter den Taschendiebstahl-Hochburgen

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Bremen liegt mit 490 Taschendiebstählen pro 100.000 Einwohner auf Platz zehn der Statistik

Wie sicher kann man sich in Bremen und den umliegenden Gemeinden noch fühlen? Eine Frage, die gerade nach den Vorkommnissen in den vergangenen Tagen ihre Berechtigung hat. In Sachen Taschendiebstahl ist die Hansestadt laut einer neuen Studie recht unsicher.

Auf eine Schießerei in einem Supermarkt in Oslebshausen am vergangenen Donnerstag folgte nur wenige Stunden später die schreckliche Nachricht einer tödlichen Messerattacke vor einem Kiosk im Bremer Viertel. Plötzlich stand Bremen deutschlandweit im Kriminalitäts-Fokus. Während sich der Tatverdächtige nach den tödlichen Schüssen gemeinsam mit seinem Anwalt bei der Polizei stellte, geht die Suche nach einem Mann weiter, der in Verbindung mit der Messerattacke steht.

Auch wenn solche Taten mit tödlichem Ausgang zum Glück nicht alltäglich sind, passieren kleinere Delikte wie Taschendiebstähle mehrmals täglich. Wie eine Studie von shopping.de bestätigt, gehört Bremen zu den Hochburgen der Organisierten Kriminalität. 

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 2.733 Straftaten zur Anzeige gebracht. Laut Untersuchung ist die Dunkelziffer allerdings um ein vielfaches höher, da sich die Opfer oftmals gar nicht bei der Polizei melden. Umgerechnet sind das übrigens 490 Strafdelikte je 100.000 Einwohner - ein Delikt alle drei Stunden.

Schadenssumme wird immer größer

Zum Vergleich finden in Oldenburg 240 Taschendiebstähle je 100.000 Einwohner statt. Damit finden hier zwar deutlich weniger Delikte statt, dennoch zählt auch Oldenburg deutschlandweit zu den gefährlichen Städten. Delmenhorst findet sich mit 105 Diebstählen pro 100.000 Einwohner im Mittelfeld dieser Statistik. 

Negativbeispiele sind zum Beispiel die Metropolen Düsseldorf (1.314 Taschendiebstähle pro 100.000 Einwohner), Berlin (1.271) und Hamburg (1.032). Die sicherste Stadt mit mehr als 100.000 Einwohner ist übrigens Salzgitter mit einer Quote von 38 Straftaten je 100.000 Einwohner. Die Kreise Minden-Lübbecke (88), Rotenburg (Wümme) (75), Heidekreis (75) und Verden (71) befinden sich im Mittelfeld. Diepholz (48), Oldenburg (Landkreis) (44) und Nienburg (Weser) (28) gelten laut der Studie als relativ sichere Städte.

Dass Taschendiebstähle längst keine Bagatell-Delikte mehr sind und sie sich für die Täter lohnen, zeigt nicht nur die geringe Aufklärungsquote von 10,1 Prozent in Bremen, sondern auch, dass Gegenstände wie zum Beispiel Smartphones und Tablets einen großen finanziellen Wert haben können. Laut shopping.de gab es 2016 deutschlandweit sogar 23 Diebstähle mit einer Schadenssumme von über 25.000 Euro. 

Tipps gegen Taschendiebstähle

Damit diese Statistik in den kommenden Jahren nicht noch weiter ansteigt, veranstaltet die Polizei mit der BSAG und den „Nachtwanderer“-Gruppen aus Stuhr, Huchting, Osterholz und Hemelingen Präventionsaktionen in den Bremer Straßenbahnen. Schon mit wenigen Tipps und einem wachen Auge können viele Diebstähle oftmals unterbunden werden - und Bremen wäre wieder ein wenig sicherer.

hha

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