Neue Schäden an der Kaiserschleuse / Bremenports: Gewährleistungsfall

Kein Durchkommen

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Das rund 2 200 Tonnen schwere Tor des Binnenhaupts in der Kaiserschleuse in Bremerhaven ist auf dem Foto geschlossen. Nach der weitgehend abgeschlossenen Reparatur des gegenüberliegenden Außenhauptes (nicht im Bild) haben Taucher nun bei einer Inspektion auch Schäden an diesem Binnentor entdeckt.

Bremerhaven - Für die Kaiserschleuse und natürlich die Schifffahrt kommt‘s ganz dick: Eigentlich sollte die Schleuse nach der Sanierung im Juli wieder geöffnet werden. Doch nun sind neue Schäden entdeckt worden, und zwar am Binnenhaupt (wir berichteten). Das Bauwerk wird mindestens bis Ende des Jahres für die Schifffahrt gesperrt bleiben, wie die Hafengesellschaft Bremenports gestern mitteilte.

Der Umfang des Schadens könne erst nach der Trockenlegung der Baugrube festgestellt werden, sagte Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe. Er hat keinen Zweifel daran, dass es sich – wie bei den Schäden am Außenhaupt – um einen Gewährleistungsfall handelt. Die Hafengesellschaft hat ihre Mängelrüge gegenüber der Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen inzwischen entsprechend erweitert. Außerdem hat Bremenports das Landgericht Bremen gebeten, den Auftrag der laufenden gutachterlichen Untersuchung auf das Binnenhaupt zu erweitern.

Die Kaiserschleuse war erst im Jahr 2011 saniert, vergrößert und neu eröffnet worden. Kosten: 230 Millionen Euro. Im Herbst 2014 wurden Schäden am Außenhaupt entdeckt, die Schleuse gesperrt. Die rund drei Millionen Euro teure Sanierung läuft planmäßig, sagte Howe. In zwei Wochen sollen diese Arbeiten beendet sein. Doch für Schiffe wird es weiter kein Durchkommen an der Kaiserschleuse geben – voraussichtlich bis in den Dezember.

Am Binnenhaupt der Anlage haben Taucher von Bremenports vor einigen Tagen bei einer Kontrolle neue, erst vor kurzem entstandene Schäden festgestellt, wie der Geschäftsführer sagte. „Sie ähneln den Schäden, die im vergangenen Herbst am Außenhaupt der Schleuse aufgetreten sind“, so Howe. Auch am Binnenhaupt handele es sich um Verformungen der Unterwagenschienen und um Betonausbrüche. „Die Schäden erfordern eine grundlegende Sanierung des Binnenhaupts“, erläuterte Howe. Dazu gehören, wie beim Außenhaupt geschehen, die Trockenlegung der Baugrube und der Austausch der beschädigten Unterwagenschienen. „Wir werden keine Zeit verlieren und setzen alles daran, dass die Arbeiten am Binnenhaupt im September beginnen können“, sagte Howe. Er hofft auf einen Abschluss der Sanierung im Dezember. Bis dahin steht der Schifffahrt allein die Nordschleuse zur Verfügung. Betroffen sich auch die Voprbereitungen für die „Sail“. Die Organisatoren des Festivals müssen alle Zeitpläne für die einfahrenden Segler ändern.

300 Meter entfernt ist die Reparatur des Außenhauptes inzwischen in ihre letzte Phase getreten. In den vergangenen Monaten hatten die Arbeiter unter anderem die verformten Unterwagenschienen ausgebaut und durch neue ersetzt. Gestern wurden die Unterwagen, auf denen das Tor bewegt wird, auf die neuen Schienen gesetzt. Derzeit wird die trockengelegte Baugrube noch von zwei Schleusentoren abgeschottet. Die Tore werden ab 22. Juni ausgebaut, danach wird laut Bremenports das Reservetor eingeschwommen. Das ehemalige Außenhaupttor wird anschließend im Dock der Lloyd-Werft auf Beschädigungen untersucht.

gn

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