Neue Krimis mit bremischen Bezügen

Regionale Spannung

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Neue Bücher mit regionalen Krimis – „Tödliche Untiefen“ vereint 20 Kurzkrimis, „Spurensuche“ beschäftigt sich mit einem echten Kriminalfall.

Von Thomas Kuzaj. Literatur: Regionales und Krimi – das geht gegenwärtig so gut zusammen, dass der Markt mit Regionalkrimis längst überfüllt ist. Fast freut man sich schon über jeden Krimi ohne regionalen Bezug. Es gibt aber auch die berühmten Ausnahmen. Nehmen wir zum Beispiel den Mord an Alfred Runge.

Literatur: Regionales und Krimi – das geht gegenwärtig so gut zusammen, dass der Markt mit Regionalkrimis längst überfüllt ist. Fast freut man sich schon über jeden Krimi ohne regionalen Bezug. Es gibt aber auch die berühmten Ausnahmen. Nehmen wir zum Beispiel den Mord an Alfred Runge.

Alfred Runge? Runge (1881 bis 1946) war Architekt. 1904 hatte er mit seinem Studienfreund Eduard Scotland (1885 bis 1945) ein Architekturbüro gegründet. In den 20er Jahren bauten sie für Ludwig Roselius (1874 bis 1943) einige markante Gebäude der Böttcherstraße – das Haus der Sieben Faulen und das Haus St. Petrus. Zudem bauten sie zwei alte Lagerhäuser zum Haus des Glockenspiels um; die Holztafeln mit den Ozeanbezwingern entwarf später Bernhard Hoetger (1874 bis 1949).

Das Rätsel um den

Tod von Alfred Runge

Im Zweiten Weltkrieg setzte sich Runge in Ahausen bei Rotenburg (Wümme) zur Ruhe. Hier wurde er am 27. April 1946 in seiner Jagdhütte ermordet. Der Fall wurde nicht aufgeklärt. Und um eben diesen Fall kreist jetzt – nach jahrelanger Recherche – der Krimi „Spurensuche“ von Jutta Michels, der im Bremer Schünemann-Verlag erschienen ist (301 Seiten, Preis: 14,90 Euro). Erzählt wird aus der Perspektive einer Frau, die aus Bremen nach Ahausen gezogen ist, um zur Ruhe zu kommen.

Doch ein alter Ahauser erzählt ihr von dem ungeklärten Mord an Runge. Und da ist es mit der Ruhe auch schon wieder vorbei. Zwei Geschichten gibt es, die zum Tathergang erzählt werden – eine „offizielle“ für Ortsfremde und eine, die im Ort hinter vorgehaltener Hand erzählt wird. Was ist die Wahrheit? Die Bremerin begibt sich auf die titelgebende Spurensuche. Und der Krimi nimmt seinen Lauf...

Aus einer ganz anderen Richtung nähert sich ein neuer Band aus der Edition Temmen dem Thema Regionalkrimi – gleich 20 davon nämlich versammelt das Buch „Tödliche Untiefen“ (236 Seiten, Preis: 9,90 Euro). 20 Kurzkrimis, die allesamt an der Unterweser spielen. Da geht es von Bremen bis Bremerhaven – über Brake, Dedesdorf und Nordenham.

20 Geschichten

in einem Band

Das Zeit- und Themenspektrum reicht von der Prostitution im Mittelalter bis zum Selfie-Wahn der Gegenwart. Viele Schauplätze, auch das ist ja ein Reiz von Regionalkrimis, sind aus dem Alltagsleben bekannt. Wie der Punkendeich, wo einst die Huren am Weserufer standen (und heute alljährlich die Eiswettprobe zelebriert wird). Wie die Cherbourger Straße in Bremerhaven, die Auferstehungsgemeinde in Hastedt, die Zentrale der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in der Neustadt. Und so weiter, und so fort. Weserwehr, Schlachte, „Waterfront“.

Gesine Reichstein hat einen Krimi in plattdeutscher Sprache zu der Sammlung beigesteuert („De Waterliek“). Weitere Beiträge stammen beispielsweise von Toby Martins und Corinna Gerhardts, Jens-Ulrich Davids und Alexa Stein, Marita und Jürgen Alberts.

Heute, Donnerstag, wird der Band im Rahmen einer „Bremer Buchpremiere“ vorgestellt – im Café „Ambiente“ am Osterdeich 69. Beginn ist um 20 Uhr. Es lesen Truxi Knierim, René Paul Niemann und Anja Ulbig. Musik: Gerd Bastigkeit (Piano). Der Eintritt ist frei.

Vorpremiere

im „Atlantis“

Kino: Das „Atlantis“ in der Böttcherstraße zeigt am Sonntag, 15. November, in seiner Vorpremieren-Reihe den irischen Film „Familienbande“. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. „Die Tragikomödie dreht sich um ein elfjähriges Mädchen, das nach dem Tod seiner Mutter von seinem aus dem Gefängnis entlassenen Onkel in Obhut genommen wird“, so Robert Erdmann von den Bremer Filmkunsttheatern. „Der Film läuft in der englischsprachigen Originalversion mit deutschen Untertiteln.“ Offizieller Bundesstart ist dann Donnerstag, 19. November.

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