Neue Komödie auf dem Theaterschiff: Schauspieler David Wehle in 44 Rollen

Die Solo-Herausforderung

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„Guten Tag, hier ist die Kartenhotline“: In der Ein-Mann-Komödie „Restlos ausverkauft“ tritt der Schauspieler David Wehle an einem Abend in gleich 44 Rollen auf.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Ein Darsteller in 44 Rollen – zum ersten Mal tritt der Schauspieler David Wehle in einem Ein-Personen-Stück auf, und dann ist es gleich ein Mammut-Solo. Die Komödie mit dem Titel „Restlos ausverkauft“ hat am Donnerstag, 29.Januar, auf dem Bremer Theaterschiff Premiere (Tiefer, 20 Uhr). „Eine tolle Herausforderung“, sagt Wehle.

Kann man wohl sagen. 44 verschiedene Rollen in zwei Stunden – ein Programm, das einem Darsteller ganz schön was abverlangt. Er ist ja ununterbrochen allein auf der Bühne und muss zudem die 44 verschiedenen Figuren lebendig werden lassen. „Es bleibt nicht viel Zeit, um sich umzuziehen“, sagt Wehle lakonisch.

„Restlos ausverkauft“ ist eine Komödie des zeitgenössischen Boulevard-Meisters Christian Kühn („Machos auf Eis“, „Tussipark“). Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht Ben, ein arbeitsloser Schauspieler, der seinen Lebensunterhalt ausgerechnet bei der Kartenhotline eines Theaters verdient.

Nuancen durch Sprache

und Körperlichkeit

Die Jubiläums-Show eines ständig ausverkauften Stücks steht nun an. Ben – eben: Wehle – kommt nicht mehr vom Telefon weg. Tagtäglich muss er sich Beleidigungen und Bedrohungen anhören. Alle Welt will Karten für die Vorstellung – und obendrein gibt es noch Tumulte in Bens Privatleben. Er steht kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Da unterläuft ihm ein folgenschwerer Fehler.

Konzentration ist gefordert, höchste Konzentration. Nicht allein von Ben, sondern vor allem natürlich von David Wehle. Der Schauspieler, 1984 in Graz geboren und dem Bremer Publikum unter anderem aus „Landeier“ und „Machos auf Eis“ bekannt, spielt „Restlos ausverkauft“ in der Regie von Erik Voß.

„Es hat jede Rolle ihre Aufgabe im Stück“, beschreibt er die Konstruktion der Komödie. Die Herausforderung sieht er unter anderem in der Aufgabe, die 44 Figuren voneinander abzugrenzen. Das Publikum sieht ja immer nur ihn auf der Bühne, soll aber ja in der Illusion leben, Wehle sei immer wieder eine andere Person.

„Ich springe ständig hin und her und muss dem Publikum dabei immer wieder das Gefühl geben, da reden zwei Leute miteinander“, so Wehle. Die vielen Figuren voneinander abzugrenzen, das müsse er „durch die Sprache und durch Körperlichkeit“ schaffen. Eine zusätzliche Herausforderung liegt für ihn darin, dass manche Figuren nur ganz kurz auftauchen, andere hingegen immer wieder vorkommen. Neben höchster Konzentration ist da auch ein Höchstmaß an Präzision gefragt.

Und – welche ist die schwierigste Rolle? Eine von den ganz kurzen, antwortet Wehle. Eine Frau, die nur „Es tut mir leid, Schatz“ sagt. „Schwer zu etablieren.“ Und doch erfüllt auch diese Rolle eben ihre Aufgabe in Kühns präzise ablaufenden Komödien-Werk.

Eine Komödie des Klingeltons ist es obendrein. Mehr als 100 Mal läuten die Apparate in Bens Kartenbüro. Hinter den Kulissen ist dafür die Theatertechnik zuständig – das muss Wehle nicht auch noch machen.

Dafür lebt er gegenwärtig, wenige Tage vor der Premiere, ganz im Stück. „Es gibt Tage, wo ich mit diesen Texten einschlafe und morgens mit ihnen aufwache“, sagt er. „Da läutet der Wecker und man möchte im ersten Augenblick sagen: Guten Tag, hier ist die Kartenhotline.“

www.theaterschiff-bremen.de

www.davidwehle.com

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