Neue Klinker aus der Baugrube

„Gartenstadt Werdersee“ wächst: Erste Häuser sind im Dezember fertig

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Der Blick vom Deich auf das Baugebiet: Sandhaufen, immer noch viel grüne Wiesen, Bauschilder. Im Hintergrund aber wird an der Habenhauser Landstraße ein Feld nach dem anderen bebaut.

Bremen - Das Projekt hat Fahrt aufgenommen. Baugruben, Sandhaufen, Baukräne, Erschließungsstraßen – auf der grünen Wiese zwischen Habenhauser Deich, Habenhauser Landstraße, Fellendsweg und Huckelrieder Friedhof wächst ein neues Stück Bremen. Auf knapp 16   Hektar Fläche entsteht die „Gartenstadt Werdersee“. 590  Wohneinheiten sind geplant, 220 Mietwohnungen, knapp 100 Eigentumswohnungen sowie 266 Reihen- und Doppelhäuser.

„Wir machen jetzt Tempo“, sagt Uwe Schierloh, Geschäftsführer der „Projektgesellschaft Gartenstadt Werdersee“ (PGW). Die ersten 27  Wohneinheiten sind fast fertig. Im Dezember sollen die ersten Bewohner einziehen. Und die nächsten Objekte werden hochgezogen. Fünf Baufelder seien bereits durchgeplant, sagt Schierloh und zeigt auf den bunten „Smarties-Plan“. 70 Einheiten sind bislang verkauft, weitere 13 sind fest angemeldet. „Und es gibt umfangreiche Reservierungen.“

Die  öffentlich geförderten Mietwohnungen sowie eine Kita, einen Supermarkt, ein Stadtteilcafé und zwei Heizkraftwerke fürs gesamte Areal errichtet die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba an dem neuen Standort. Zudem soll an der Friedhofsseite eine Grundschule gebaut werden. Die PGW zieht die Fäden für den Bau der Reihen- und Doppelhäuser sowie der Eigentumswohnungen. An der Gesellschaft sind die drei Bauträger Interhomes, Gebr.  Rausch und Hübotter beteiligt. Das Investitionsvolumen beziffert Schierloh auf 240 Millionen Euro. In die Erschließung fließen 19  Millionen Euro. Es ist eines der größten Bauprojekte in der Hansestadt.

Die „Gartenstadt Werdersee“ nimmt Konturen an: 27  Wohneinheiten sind fast fertig. Die ersten sollen im Dezember bezugsfertig sein.

Der Planaufstellungsbeschluss datiert vom 30. September 2013. Dann dauerte es knapp vier Jahre, bis Senat und Bürgerschaft mit entsprechenden Beschlüssen den Weg für die Bebauung ebneten. Im November 2017 gab der damalige Bausenator Joachim Lohse (Grüne) mit dem „Baggerstich“ das Startsignal für den Bau der neuen Gartenstadt. Dann geriet das Projekt ins Stocken – unter anderem, weil im Erdreich weit mehr Weltkriegsbomben als erwartet gefunden wurden. „Das waren mehr, als sonst in einem Jahr in Bremen gefunden werden“, sagt Schierloh. Die Kampfmittelbeseitiger mussten 400 Blindgänger entschärfen und sprengen.

Projektleiter Uwe Schierloh präsentiert einen Klinker, der mit Ton und Lehm aus der Habenhauser Baugrube gebrannt wurde.

Seit August 2018 wird gebaut. Bei der Erschließung waren die Straßen- und Kanalbauer neun Monate schneller als geplant. Vier Kilometer Kanalleitungen sind verlegt worden. Und bislang sind 60 000 Kubikmeter Boden abtransportiert worden – das entspricht 6 000 Lkw-Ladungen. „Die gleiche Menge kommt nochmal dazu“, sagt der Projektleiter. Ein Drittel davon ist beim Deichverband gelandet, zwei Drittel bei Europas größtem Ziegelhersteller Wienerberger in Hude. Denn große Teile der zutage geförderten Erde sind wiederverwendbar. Aus dem darin enthaltenen Ton und Lehm werden Klinker und Riemchen gebrannt. So landet quasi die Erde aus der Baugrube später im eigenen Haus. „Das ist der Hammer“, sagt Schierloh. „Das ist nachhaltig und bislang bundesweit einmalig.“ Und es kommt bei den zukünftigen Hausbesitzern offensichtlich gut an.

Die Nachfrage nach Doppel- und Reihenhäusern ist groß. Es entstehen verschiedene Bautypen, Flachdachhäuser und Satteldachhäuser mit Wohnflächen von 130 bis 170 Quadratmetern. „Das ist hier Mercedes-Klasse“, sagt Schierloh. Das heißt: Carport, Klimaanlage – alles inklusive. Der Quadratmeterpreis liegt bei 3 000 Euro. Das macht 400 000 Euro für die kleineren Häuser. Das Baugebiet soll nicht eintönig sein. Auch das schreibt die Planung vor. Jedes fünfte Haus in einer Reihe setzt einen Akzent in der Gestaltung, ragt aus der Umgebung heraus. Und: 5,4  Hektar des Gartenstadt-Areals sind öffentliche Flächen sowie Grünflächen und Parkanlagen. Für deren Gestaltung läuft jetzt die Ausschreibung.

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