Besucher-Sonntag im Tierheim an der Hemmstraße / Apel: Wir brauchen dringend Pflegestellen

Neue Hoffnung für „Rex“ und „Peppels“

„Rex“ freut sich über die Zuwendung von Ute Özgören vom Tierschutzverein. - Foto: Langkowski

Bremen - Von Ilka Langkowski. Zum Besucher-Sonntag im Tierheim an der Hemmstraße drängten sich gestern die Tierfreunde vor Hundezwingern, im Katzenhaus und bei den Kleintieren. Menschen konnten hier einen vierbeinigen Partner fürs Leben finden und Tiere neue Hoffnung auf ein gutes Zuhause hegen.

Während es auf dem Tierheimgelände nach Kaffee duftete, sorgten die zahlreichen Hunde in ihren Ausläufen für die akustische Kulisse. Doch wer am Besuchertag noch eingeschüchtert am Zwingergitter bellte oder den Rückzug ins Katzenkörbchen suchte, könnte vielleicht schon bald gemütlich auf dem Sofa schnarchen. „Unsere Besucher-Sonntage sollen es der gesamten Familie ermöglichen, sich umzuschauen, beraten zu lassen und vielleicht gemeinsam für ein neues Familienmitglied zu entscheiden“, sagte Wolfgang Apel, Vorsitzender des Bremer Tierschutzvereins. So hofften gestern vielleicht auch die Jack-Russel-Damen „Lazy“ und „Peppels“, dass sie endlich an der Seite von Herrchen oder Frauchen ihren Tag verbringen zu könnten.

Ihr früherer Schicksalsgefährte „Beany“ ist schon aus dem Tierheim ausgezogen. Er genießt mit seiner neuen Familie Waldspaziergänge, buddelt Schlaglöcher und „butschert“ im Garten herum. Davon ist Mischlingsdame „Mable“ noch weit entfernt. Der schwarzbraunen Hündin sitzen schlechte Erfahrungen noch in Leib und Seele. Doch sie hat Fortschritte gemacht und ist bereit für die Vermittlung an geduldige Tierfreunde. Stafford-Mix „Sunny“ hat nicht leicht, Menschen zu finden, die sich ihrer annehmen. „Rex“ wiederum ist mit seinen 15 Jahren ein Senior. Er trägt sein Schicksal mit Würde, sucht aber dringendst eine Pflegestelle. Die Kosten für seine Medikamente übernimmt weiterhin das Tierheim. „Gerade für die alten Tiere brauchen wir dringend Pflegestellen“, sagt auch Apel. Bestens geeignet wären Menschen mit genügend Zeit, die vielleicht aus dem Berufsleben raus sind, aber gerne noch eine Aufgabe übernehmen möchten“. Gerade Tiere aus dem Tierheim zeigten nach einer Weile eine riesige Dankbarkeit. Doch neben den „Problemfällen“ gibt es zahlreiche Kaninchen, Vögel, Katzen, Hunde und Reptilien, die einfach nur kein Zuhause haben. Einige von den bis zu 2 000 Tieren, die jedes Jahr an der Hemmstraße versorgt werden, bleiben auf Lebenszeit im Tierheim. Im Bremer Tierheim werden täglich 600 bis 800 Vierbeiner versorgt.

Zum Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche präsentiert sich der Verein am Sonnabend, 23. April, von 11 bis 17 Uhr gemeinsam mit anderen Bremer Tierschutz-Organisationen auf dem Bremer Marktplatz.

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