Silbermanufaktur stellt beim DFB Ideen-Ordner vor

Der neue Fußball-Supercup wird an der Weser entwickelt

Bremen - BREMEN. Auf dem Reißbrett gibt es ihn bereits. Schlank gestaltet ist er dort zu sehen und säuberlich in schwarzen und grauen Bleistift-Strichen auf Transparentpapier gehalten.

So als würde es keine Zeichenprogramme für Computer geben und als wäre auch das Kopiergerät noch nicht erfunden. Fotografieren natürlich eigentlich verboten. Der Supercup. Das jüngste Projekt der Deutschen Fußball-Liga. Und das jüngste Projekt auch in Bremen. Nicht jetzt bei Werder, so weit ist man trotz aller Vorausschau noch nicht, wohl aber im Europahafen. Dort hat sich die Koch & Bergfeld Corpus Silbermanufaktur nicht nur vor vier Jahren hinter riesigen Glasscheiben niedergelassen, Showroom nennt das Traditionsunternehmen diese Halle, dort ist auch deren Ruf weit über Landes- und Bundesgrenzen hinaus als Spezialist individuell gestaltete Gold- und Silberaccessoires begründet.

Doch so ruhig und gelassen es an den uralten Werkbänken im lichtdurchflutete historischen Speichergebäude zugehen mag, so sehr ist beim jüngsten Projekt Tempo gefragt. „In der kommenden Woche wollen wir unsere Ideen für den neuen Supercup beim DFB vorstellen,“ verrät der Silber- und Goldschmiedemeister Florian Blume, gleichzeitig Geschäftsführer des Silbermanufaktur-Ablegers am Hafen. Sputen muss er, müssen sich seine Mitarbeiter auch. Denn bis der neue Supercup dann feinfühlig und von Hand hergestellt ist, bleiben nur knapp drei Monate Zeit. Am Sonnabend, 7. August, nämlich soll erstmals wieder seit 1996 der Sieger aus Deutschem Meister und Pokalsieger ermittelt werden. Zwar steht der Austragungsort für diese Partie noch nicht fest, Leipzig bewirbt sich, gut möglich jedoch, dass die neue Trophäe fix wieder an die Weser zurückkehrt. Als Pokalfinalist gilt der SV Werder immerhin als einer der Kandidaten auf den Supercup-Titel.

Einen ganzen Ordner mit Entwürfen für den neuen Pokal hat Hausdesignerin Astrid Keller bereits zusammengestellt. Da aber bei den Renommierprojekten an der Weser mindestens eine zweite Meinung gefragt ist, hat man sich derer bedient, die auch schon eines der überregional bekanntesten Exponate aus dem Traditionsunternehmen ersonnen hat. Der Meinung von Horst Heeren, des Schöpfers des Champions-League-Pokals. Schon 1967 hatten die Hanseaten diesen rund acht Kilogramm schweren „Pott“, damals noch jenen für den Sieger im Landesmeister-Wettbewerb, hergestellt.

Aus den Augen ist den Bremer Silberschmieden der wertvollste aller europäischen Fußball-Pokale nicht geraten. Wenn sich die erfolgreichen Clubs länger als nur ein Jahr im Glanz des 925er-Sterlingsilbers zu sonnen gedenken, und das ist durchgängig der Fall, dann pflegen sie eine Replik bei Koch&Bergfeld zu bestellen. Auch Deutscher Meister und Pokalsieger ließen sich häufig bereits originalgetreu nachgearbeitete Meisterschalen oder gern auch den Pott für die Trophäen-Vitrine anfertigen.

Aber es müssen nicht immer Pokale sein. Zum 110. Geburtstag des Bauhaus-Designers Wilhelm Wagenfeld etwa legte die „gläserne Manufaktur“ am Wasser eine Edition mit bisher nicht verwirklichten Ideen des gebürtigen Bremers auf. Aus gutem Grund. Wagenfeld hatte zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts bei Koch&Bergfeld eine Lehre absolviert. Und zu sehen (und zu kaufen) sind jetzt so wunderbar schnörkellose Unikate wie der Weinkühler, den Wagenfeld in den 50er Jahren kreiert hat, oder die Teekanne, die er bereits Ende der 20er Jahre erdachte. Beides zwar bis ins Detail geplant, aber erst jetzt erstmals realisiert. „Das hätte meinem Vater gefallen,“ sagte Dr. Maike Noll-Wagenfeld, Tochter des Produktdesigners, die als eine der ersten die Edition unter die Lupe nahm.

Sie würdigte auch die Idee der Silbermanufaktur, im Speicher 2 am Europahafen Handwerk wieder erlebbar gemacht zu haben. Und sie ist damit kein Einzelfall. An die 5000 Besucher dürften, so Geschäftsführer Blume, in den vergangenen drei Jahren die Gläserne Manufaktur besucht haben. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Als Teilnehmer an Führungen beispielsweise, als Besitzer von Silber-Garnituren, die das Familienerbe aufarbeiten lassen möchten, und zwar dort, wo auch das Bremer Rathaus-Silber gepflegt und restauriert wird, oder als Zuhörer bei Auftritten etwa der Kammer-Philharmonie im Rahmen der Manufaktur-Konzerte oder von Lesungen.

Die touristische Funktion der Werkstätte mit 15 Silberschmieden und drei Auszubildenden dürfte in den nächsten Wochen noch weiter wachsen. Dann wird ein Schiffsbetrieb zwischen Weserstadion und Europahafen aufgenommen. Die Barkassen halten an der neuen Marina direkt vor der Manufaktur.

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