Kunstprojekt in der Kulturkirche St. Stephani macht auf die Situation Demenzkranker aufmerksam

Neue Entwicklungsspielräume statt Endstadium

„Kunst trotz(t) Demenz“ heißt eine Ausstellung, die bis Ende Mai in der Kulturkirche St. Stephani zu sehen ist. ·
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„Kunst trotz(t) Demenz“ heißt eine Ausstellung, die bis Ende Mai in der Kulturkirche St. Stephani zu sehen ist. ·

Bremen - Die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“ macht in der Bremer Kulturkirche St. Stephani auf die Situation Betroffener aufmerksam. Die Bilder zeigten, dass Demenz kein Endstadium bedeute, sondern sehr wohl neue Entwicklungsspielräume erschließe, sagte bei der Eröffnung Kurator Andreas Pitz.

Zur Ausstellung gehören über 100 Kunstwerke von mehr als 30 teils selbst betroffenen zeitgenössischen Künstlern aus Deutschland, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. „Kunst trotz(t) Demenz“ ist bis zum 30. Mai in Bremen zu sehen.

Die Wanderausstellung wurde 2009 von der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau und ihrem Stiftungsfonds „Dia-Dem“ erarbeitet und war seither in 20 Städten zu sehen.

Einige der Zeichnungen, Gemälde, Fotografien und Skulpturen stammen von Künstlern wie Joseph Beuys, Madeleine Dietz und Jörg Immendorff. Zur Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm mit Vorträgen, Gesprächen, Theater, Filmen und einem Gottesdienst. Veranstalter sind neben Diakonie und Evangelischer Kirche die Bremer Heimstiftung, die Volkshochschule, das Moks-Theater und das Kino 46.

Die Auseinandersetzung mit Demenz dürfe nicht mit der Diagnose aufhören, hieß es. Dafür wollen im Rahmenprogramm Bremens Alt-Bürgermeister Henning Scherf (SPD), der Giessener Altersforscher Reimer Gronemeyer und der Performance-Künstler Lars Ruppel werben. Angehörige berichten über die große Bedeutung künstlerischer Entfaltung für demenzkranke Menschen. In den ausgestellten Bildern blitzten Momente verbliebener Lebensfreude auf, ohne dass die Hinfälligkeit wegretuschiert werde, betonten die Initiatoren der Schau.

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums leben derzeit etwa 1,1 Millionen Demenzkranke in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl Prognosen zufolge auf rund 1,7 Millionen erhöhen. In Bremen gibt es laut Sozialbehörde etwa 7 000 Menschen, die an Demenz erkrankt sind und größtenteils in den eigenen vier Wänden von pflegenden Angehörigen versorgt werden.

Demenz ist ein langsamer Prozess, der zum Orientierungsverlust führt und sich über Jahre erstreckt. „Weg vom Geist“ oder auch „ohne Geist“ lautet die wörtliche Übersetzung des Begriffs aus dem Lateinischen. Es kommt zu chronisch fortschreitenden, degenerativen Veränderungen des Gehirns. Bei Demenzkranken verschlechtern sich Gedächtnisleistung, Denkvermögen und Urteilsfähigkeit. Die Erkrankungszahlen steigen mit dem Alter.

Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags von 11 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Führungen können unter 0421/30 32 294 vereinbart werden. · epd

http://www.kunst-trotzt-demenz.de

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