Dorethea Dreizehnter kommt im Herbst / 30 Millionen Euro Soforthilfe

Neue Chefin für den Klinikverbund

Alltag im Klinikum Bremen-Mitte: Ein Intensivpfleger mit Mundschutz bedient einen Monitor am Patientenbett. Foto: GESUNDHEIT NORD/KERSTIN HASE

Bremen – Der Bremer Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) bekommt eine neue Geschäftsführerin Medizin. Im Laufe des Herbstes soll Dr. Dorothea Dreizehnter, bis dato Geschäftsführerin des Klinikums Frankfurt Höchst, an die Spitze der Geno wechseln. Die Stelle der Vorsitzenden der Geno-Geschäftsführung ist seit November 2019 unbesetzt, als Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) Jutta Dernedde schasste, die zuvor mehr als sieben Jahre an der Geno-Spitze stand. In dieser Zeit ist die Geno in finanzielle Schieflage geraten.

Derweil hat sich die Gesundheitsdeputation dafür ausgesprochen, den städtischen Klinikverbund kurzfristig mit 30 Millionen Euro zu unterstützen. Ursprünglich war das Geld für den Klinikneubau eingeplant. Nun muss noch der Haushalts- und Finanzausschuss dem Verfahren zustimmen. Wegen fehlender Einnahmen in der Corona-Krise hatte sich das Minus des ohnehin klammen Unternehmens auf 58  Millionen Euro vergrößert. Möglich sei aber auch, dass die Geno weniger Geld braucht. Ab Montag darf in den Kliniken wieder operiert werden.

Zurück zu Dorothea Dreizehnter. Die 54-Jährige ist Fachärztin für Innere Medizin und bringt umfangreiche und langjährige Leitungserfahrung im Gesundheitswesen mit. Dabei ist sie sowohl mit der Führung von kommunalen Häusern als auch mit der Leitung von Krankenhäusern in privater Trägerschaft vertraut: Seit 2016 ist Dreizehnter Geschäftsführerin des Klinikums Frankfurt Höchst, einem Krankenhaus des kommunalen Verbunds Kliniken Frankfurt-Main-Taunus. Zuvor war sie unter anderem Mitglied des Vorstandes der Sana-Kliniken und stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung von Deutschlands größtem kommunalen Klinikverbund Vivantes in Berlin.

Die Geno ist mit den vier Krankenhäusern Mitte (St.-Jürgen-Straße), Ost, Links der Weser und Nord und mehr als 8 000 Beschäftigten einer der größten kommunalen Klinikkonzerne in Deutschland und zugleich Bremens zweitgrößter Arbeitgeber. Jährlich werden mehr als 100 000 stationäre und rund 150 000 ambulante Patienten in den Geno-Krankenhäusern behandelt, nahezu die Hälfte kommt aus dem Umland. Der Jahresumsatz der Gesellschaft liegt bei mehr als 600 Millionen Euro.

Die kommunalen Kliniken hängen seit Jahren am finanziellen Tropf der Stadt.

Trotz diverser Eigenkapitalerhöhungen haben die Häuser in den vergangenen Jahren Defizite von rund 170 Millionen Euro angehäuft. 2019 machte die Geno 28 Millionen Euro Verlust. Im Wirtschaftsplan für 2020 war vor Corona ein weiteres Defizit von 20 Millionen Euro eingeplant. „Die Geno ist das größte finanzielle Desaster der vergangenen 20 Jahre in der bremischen Politik“, sagte CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp zu Beginn dieses Jahres in der Bürgerschaft. Magnus Buhlert, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP, sprach in der Gesundheitsdeputation von einem „Fass ohne Boden“. Doch für Senatorin Bernhard steht fest: „Wir brauchen einen Klinikverbund, der in Zukunft überlebensfähig ist.“ Alle vier Standorte sollen erhalten bleiben.

Der Verbund hat derzeit eine dreiköpfige Geschäftsführung, die mit Heike Penon als Geschäftsführerin Finanzen, Klaus Beekmann als Geschäftsführer Infrastruktur und Technologien sowie Torsten Hintz als Geschäftsführer Personal und Recht besetzt ist.  je

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