Auswandererhaus: Grundsteinlegung

Neubau mit Zeitachse

Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) legte den Grundstein für die Erweiterung des Deutschen Auswandererhauses. Foto: AUSWANDERERHAUS/MARINAEISMANN

Bremerhaven – Am Auswandererhaus in Bremerhaven ist am Freitag der Grundstein für eine Erweiterung gelegt worden. Für den Neubau, der im Frühjahr 2021 fertig sein soll, investieren Bund und Land den Angaben zufolge mehr als zwölf Millionen Euro. Die Stadt Bremerhaven stellt das Grundstück. Bisher dokumentiert das Haus 300 Jahre Aus- und Einwanderungsgeschichte. Der neue Komplex soll Raum schaffen, um thematisch Migrationskonflikte darzustellen, die etwa durch Wohnraummangel, Lohnungleichheit und kulturelle Unterschiede entstehen können.

Museumsbesucher sollen sich in dem Neubau entlang einer Zeitachse anschauen können, wie vor 70, 50 oder fünf Jahren mit ähnlichen Konflikten umgegangen wurde, wie Lösungen dazu aussahen und ob sie funktioniert haben. „Wir möchten Besucher darin bestärken, sich eine Meinung zu bilden – und zwar durch sachliche Diskussion und faire Behandlung kontroverser Positionen“, sagte Museumsdirektorin Simone Eick.

Ein weiterer neuer Ausstellungsraum soll sich der Geschichte von Einwandererfamilien wie Hugenotten, „Ruhrpolen“ und jüdischen Kontingentflüchtlingen und ihrem Leben in Deutschland widmen. Ebenfalls ergänzend wird das Schicksal osteuropäischer Juden dargestellt, von denen Hunderttausende über Bremerhaven nach Übersee gingen.

Zur Neuausrichtung des Museums gehört überdies die Gründung der „Academy of Comparative Migration Studies“, die baulicher Bestandteil der Erweiterung sein soll. In der Akademie sind ein Bildungsinstitut zur Museumspädagogik für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung sowie ein Institut für Migrationsforschung geplant.

Seit der Eröffnung am 8. August 2005 kamen eigenen Angaben zufolge rund 2,6 Millionen Besucher in das Auswandererhaus. Es wurde 2007 als Europas „Museum des Jahres“ ausgezeichnet. Für das Haupthaus und einen ersten Erweiterungsbau zur Einwanderungsgeschichte wurden rund 25 Millionen Euro investiert, wobei das meiste Geld aus öffentlichen Kassen stammt.

Das Erlebnismuseum steht nahe der Außenweser an einem historischen Ort: Hier haben zwischen 1830 und 1974 rund 7,2 Millionen Menschen das europäische Festland verlassen. Sie sahen in ihrer Heimat keine Perspektive mehr und wollten sich hauptsächlich in den USA eine neue Existenz aufbauen.  epd

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