Nervenprobe an Ost-Linie

Noch präsentiert sich die neue Straßenbahnlinie zum Mahndorfer Bahnhof als große Baustelle – am 26. März soll sie bereits eingeweiht werden.

Bremen - Im Norden sorgt der Ausbau der Linie 4 nach Lilienthal immer mal wieder für Schlagzeilen, im Süden verursacht die Planung der Linie 8 in Richtung Huchting und dann weiter nach Stuhr und Weyhe für lebhafte Diskussionen.

Doch auch jene Straßenbahnstrecke, die bisher im Verborgenen wuchs, birgt sozusagen auf der Zielgeraden noch einmal Zündstoff: Die Linie 1 im Osten von Osterholz bis zum Mahndorfer Bahnhof. Schon Ende März soll das ehrgeizige Projekt zumindest in Teilen den Betrieb aufnehmen. Das sind lediglich noch zehn Wochen. Doch noch liegen Schienenstränge blank im Sand - und die Versorgung mit ausreichend Fahrzeugen hat sich zur richtigen Nervenprobe entwickelt.

„Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Strecke pünktlich am 26. März im geplanten Umfang in Betrieb genommen und dann im nächsten Jahr vollständig an den Mahndorfer Bahnhof angeschlossen wird,“ sagt BSAG-Sprecher Jürgen Lemmermann. Ursprünglich habe man für dieses Jahr nur eine Freigabe zwischen Osterholz und Weserpark geplant, als dann aber absehbar war, dass die Strecke bis kurz vor dem Mahndorfer Bahnhof fertiggestellt werden würde, habe man sich zum Bau einer vorübergehenden Wendeschleife und einer über die Hans-Bredow-Straße hinausgehende Freigabe entschlossen.

Noch nicht völlig geklärt allerdings ist die Frage nach genügend modernen Niederflur-Wagen für die neue Strecke. Ursprünglich hatte die Straßenbahn AG mit Frist bis zum Sommer vergangenen Jahres neun neue Fahrzeuge beim Hersteller Bombardier bestellt, geliefert wurde lediglich ein einziges. Mindestens ein weiteres wird noch bis zur Freigabe der verlängerten Linie 1 im Bremer Osten benötigt. „Wir hatten Produktionsprobleme,“ sagt Bombardier-Sprecherin Karin Schwarz (Wien) auf Nachfrage, „unser Produktionsstandort Bautzen ist im August 2010 überflutet worden. Das erste Fahrzeug der Serie FlexityClassic war auf einem Hochstand positioniert und konnte die Flut ohne Schaden überstehen. Die bereits für das Projekt gefertigten weiteren Rohbauten wurden Opfer der Flut und mussten verschrottet werden.“ Man wolle aber die noch ausständigen Fahrzeuge im Jahr 2012 liefern. Die Bremer Anforderungen seien bekannt. Für die aktuelle Streckenerweiterung würden zwei Fahrzeuge benötigt, eines sei ja bereits geliefert, das zweite solle der Straßenbahn AG auf jeden Fall noch im ersten Quartal 2012 zur Verfügung gestellt werden.

Auch nach der Einweihung der um rund vier Kilometer verlängerten Linie 1 werden die Bagger nicht abrücken. Als nächste große Maßnahme sei der Durchstich unter der Bahnlinie Kirchweyhe-Sagehorn geplant, der Ausbau des Mahndorfer Bahnhofsumfeldes habe schon begonnen. Hier ist nicht nur die endgültige Wende-Endschleife geplant, sondern auch eine Park&Ride-Anlage. Bahnreisende aus Richtung Verden/Achim werden ab Frühjahr kommenden Jahres besonders von der neuen Straßenbahnlinie profitieren, sie können bereits in Mahndorf von dem einen auf das andere Schienenverkehrsmittel umsteigen. Die Bremer Straßenbahn AG rechnet nach kompletter Fertigstellung der Linie 1 mit einem Zuwachs an Fahrgästen von rund 600.000 pro Jahr, das Gesamtvolumen dürfte dann auf rund 102 Millionen Fahrgäste pro Jahr steigen. kra

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