„Auf einen Espresso“ mit Reinhard Lutz vom Behinderten-Sportverband

„Necessaire“ fürs Leben

Ein Nageletui steht für Reinhard Lutz neuen Lebensabschnitt. ·
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Ein Nageletui steht für Reinhard Lutz neuen Lebensabschnitt.

Bremen - Von Ilka Langkowski. Gute 20 Jahre ist Reinhard Lutz im Behinderten-Sportverband Bremen tätig. Er war Kassenwart und Erster Vorsitzender, ist seit rund zehn Jahren zweiter Vorsitzender und außerdem regionaler Ansprechpartner des Rollstuhlsportverbands.

Zu Lutz Aufgaben für den Behindertensportverband zählen Verhandlungen mit den Sportvereinen, die Beratung bei der Mitgliederaufnahme, Schulungen über die rechtliche Basis mit den Trägern und Krankenkassen sowie die Teilnahme an überregionalen Veranstaltungen. „Man ist ziemlich viel unterwegs und ein bisschen Mädchen für alles“, sagt Lutz. Durch die vielen Ehrenamtlichen fänden viele Veranstaltungen an den Wochenenden statt. Lutz reizt an der Verbandsarbeit vor allem, im Voraus nicht zu wissen, was bei einer Planung passiert und, ob die Idee Erfolg hat. Dazu gehöre auch die ständige Reibung mit Menschen, die andere Ansichten haben. Nur wenn er sich mit Leuten auseinandersetzen muss, die eine andere Sprache sprechen, dann werde es zäh und damit anstrengend, sagt Lutz. In den nächsten Jahren möchte der Vorstand den Verband aus seinem Nischendasein herausführen und setzt sich für eine zusätzliche hauptamtliche Kraft ein.

Lutz hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Aus der Hosentasche zieht er ein kleines Lederetui. Das Nagelpflege-Set hat er immer bei sich, nicht nur auf Reisen. Es steht für einen neuen Lebensabschnitt. „Ich habe es mir gekauft, als meine Frau und ich uns Anfang der 90er Jahre getrennt haben.“ Die Trennung sei mühselig gewesen, mit dem damals noch geltenden Sorgerecht. Es sei für ihn aber ein Schritt in eine neue Selbstständigkeit gewesen. Dann folgte ein Urlaub und das Etui war dabei. Die Jahre vorher habe er nie ein eigenes Necessaire genutzt, erzählt Lutz.

Er legt heute mehr Wert auf Freiheit und Unabhängigkeit. Außerdem stehe es für seine neue Beziehung. Wenn man drei Heiratsanträge macht, die von der Partnerin allesamt abgelehnt worden sind, dann braucht man einen Ersatz für den Ring. (lacht) „Vielleicht war ich zu unromantisch...“ (lacht) Tatsächlich sei seine Lebensgefährtin ebenfalls ein Mensch, der eine gewisse Unabhängigkeit liebe. „Und so lässt es sich auch unverheiratet gut leben. Obwohl ...“

Sechs fixe Fragen

Was verbindet Sie mit Bremen?

Lutz: Meine Kinder und meine Familie. 1972 bin ich für mein BWL-Studium nach Bremen gezogen. Geboren bin ich 1948 in Helmstedt. Bremen hat eine ideale Mischung aus dörflichem Charakter und großstädtischen Gepräge.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Lutz: Die Neustadt, wo ich auch wohne.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Lutz: Alles. Ich mache immer eine große Stadtrundfahrt mit Besuchern, denn bemerkenswerte Punkte gibt es auch in Kattenturm, Hemelingen und Arbergen. Die Attraktion sind die kleinen Dörfer, aus denen sich Bremen zusammensetzt, nicht nur der Schnoor. Dort landen wir allerdings am Ende immer in der „Ständigen Vertretung“.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Lutz: Die Katze. Seit meiner frühesten Kindheit hatte ich immer Katzen. Meine erste Katze hat auf mich gehört wie ein Hund. Sie hat mich zum Bus begleitet und nach der Schule auf mich gewartet.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Lutz: Um 6.30 Uhr aufstehen, meiner Freundin, die zur Arbeit muss, das Frühstück machen, eine Dreiviertelstunde den Haushalt erledigen und dann mit Auto, Rad, Rollstuhl oder zu Fuß losziehen.

Was macht Sie schwach?

Lutz: Nette Verabredungen, wo man vielleicht noch nicht weiß, was auf einen zukommt.

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