Kriminaltheater punktet mit der spritzigen Scharade „Revanche“

Weg mit dem Nebenbuhler

Es kommt zum tödlichen Knall: Martin Leßmann (l.) und Christian Aumer überzeugen bei ihrem Duell in der spritzigen Scharade „Revanche“ im Kriminaltheater.
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Es kommt zum tödlichen Knall: Martin Leßmann (l.) und Christian Aumer überzeugen bei ihrem Duell in der spritzigen Scharade „Revanche“ im Kriminaltheater.

Bremen - Von Corinna LaubachDer Großmut hätte Milo von Anfang an stutzig machen sollen. Doch der Friseur italienischer Abstammung will bereitwillig mit dem adelig-angehauchten Kriminialautor Andrew über dessen Frau verhandeln. Seit einigen Monaten ist Milo ihr Liebhaber. Und Andrew scheint sie freigeben zu wollen.

„Sie wollen also meine Frau heiraten“, eröffnet dieser unmittelbar nach einem gepflegten Glas Scotch auf Eis das delikate Gespräch. Es sind kaum zehn Minuten im kleinen Bremer Kriminaltheater vergangen, da ahnt das Publikum bereits, dass hier in den kommenden zwei Stunden nichts vorhersehbar sein wird, so sehr es das auch scheint.

Ein Mann erschießt den Liebhaber seiner Frau. Eine ganz simple Geschichte. So mag und soll man es vermuten. Und kurzgefasst, so wird es am Ende in Anthony Shaffers Stück „Re vanche – Mord mit kleinen Fehlern“ auch sein. Doch bis dahin entspinnt sich auf der Bühne ein äußerst wandlungsreiches, perfides Spiel zwischen dem gehörnten Ehemann Andrew (Martin Leßmann) und dem jungen Nebenbuhler Milo (Christian Aumer) – bevor es zum tödlichen Knall kommt.

Die Zeichen stehen auf Revanche. Zug um Zug spielen sich die beiden Männer im wahrsten Sinne um Kopf und Kragen. Die Bühnendeko (Ausstattung: Lena

Maire) gleicht einem großen Schachbrett. Das Objekt der Begierde, die schöne wie verwöhnte Marguerite, ist durch eine übergroße Spielkarte mit ihrem Antlitz darauf allgegenwärtig. Die Grenzen zwischen Spiel und Ernst sind bei diesem Aufeinandertreffen der beiden Männer fließend. Wer hat wen in der Hand? Wer trachtet wem nach dem Leben?

Regisseur Christian Kaiser sucht entschlossen das offene Spiel in der Begegnung beider Figuren. Wer eben noch die Oberhand hatte, kann im nächsten Moment schon um sein Leben winseln. Können sich die beiden beim Poker um die Herz-Dame vertrauen? Sie sollten es lieber nicht. Martin Lehmann und Christian Aumer überzeugen in diesem spritzigen Kriminalstück voller böser Spitzen als ausgekochtes Katz- und-Maus-Duo. Immer mehr finden sie im Laufe des Abends ins Spiel und zeigen beide eine große Wandlungsfähigkeit ihrer Charaktere. Es gibt viel Applaus!

Die nächsten Vorstellungen stehen heute, am Sonnabend, sowie am 1. und 2. Februar jeweils um 20 Uhr im Kriminaltheater an der Friesenstraße auf dem Programm. Weitere Aufführungen folgen bis Mitte März. Karten für das Krimitheater gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

http://www.bremer-kriminaltheater.de

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