Naturschutzbund stellt Amphibienzäune auf

Liebestolle Lurche

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Der Nabu baut einen Krötenschutzzaun in Bremen.

Bremen. Wenn das Wetter in den nächsten Wochen nachts mild und feucht wird, wandern die Frösche und Kröten zu ihren Laichtümpeln. Jedes Frühjahr kostet dieses Naturschauspiel Hunderttausende von Tieren das Leben, wenn sie triebgesteuert die Straßen überqueren.

Der Bremer Naturschutzbund (Nabu) hat nun an der Senator-Apelt-Straße einen Schutzzaun aufgestellt und fängt die liebestollen Lurche ab, um sie über die Straße zu tragen. Dafür und für den Aufbau eines weiteren Zaunes am Sonnabend, 12. März, 15 Uhr, einige Meter (Schriefersweg) weiter suchen die Naturschützer noch verlässliche Helfer.

Die glitschigen Amphibien sind nicht etwa lebensmüde, sondern Opfer ihrer fest einprogrammierten Instinkte, sagt Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. "Fast alle Menschen hängen dem Irrglauben an, dass Frösche und Kröten sich immer in der Nähe von Gewässern aufhalten. Dabei ist der bekannte Froschtümpel für die meisten Arten nur für Paarung und Kindheit interessant." Die Erdkröte finde man auch schon mal über drei Kilometer vom nächsten Gewässer entfernt.

"Die einzigen, die das ganze Jahr über im Tümpel leben, sind die grünen Wasserfrösche", so Hofmann. Unter dem Begriff "Wasserfrosch-Komplex" werden Teichfrosch, sein großer Bruder Seefrosch und ihre Mischlinge verstanden, sagt der Nabu-Mann. Bundesweit gebe es nur eine Handvoll Spezialisten, die die Tiere sicher unterscheiden können. Mittlerweile diskutiere man auch bei der Erdkröte verschiedene Unterarten als Erdkröten-Komplex.

Allen Kröten und Fröschen gemein sei, dass sie Gewässer zum Laichen bräuchten. Schon auf der Wanderung aus den Winterruheplätzen klammern sich die Männchen laut Hofmann an alles, was halbwegs an ein Weibchen ihrer Art erinnert. "Haben sie eine der deutlich größeren Frauen erobert, lassen sie sich Huckepack zum Laichplatz tragen. Dabei bekommen sie sogenannte Brunstschwielen, mit denen sie sich festhaken. Sie können diesen Klammergriff auch erst nach der Paarung wieder lösen", berichtet Sönke Hofmann weiter.

Startsignal für die Wanderung der Tiere ist feuchtes, nicht zu kaltes Wetter. "Ideal sind nachts zehn Grad plus und Dauerregen", sagt er.

Viele Naturschützer stellen nun ihre Fangzäune auf, um den Tieren ein sicheres Überqueren der Straßen auf den oft uralten Wanderwegen zu ermöglichen. Im vergangenen Jahr haben Nabu-Aktive an der Woltmershauser Senator-Apelt-Straße mehr als 3 000 Kröten „kutschiert“.

"Autofahrer sollten jetzt nachts besonders aufmerksam sein. Zum Schutz unserer Ehrenamtlichen und der Kröten", bittet Hofmann. Auch wenn der Autoreifen die "Lust-Molche" verfehle, reichten schon Geschwindigkeiten von 30 km/h aus, um einen tödlichen Luftsog unter dem Auto zu erzeugen. "Deshalb bitte: Fuß vom Gas oder am besten eine andere Strecke befahren", so Hofmann.

Eine Broschüre über Amphibien, ihre Ansprüche und Lebensräume gibt es gegen drei Euro in Briefmarken beim Bremer Nabu (Vahrer Feldweg 185). Mehr Infos unter 0421/3398 772. gn

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