Reges Interesse an Galopprennbahn-Zwischennutzung / Rennverein kritisiert WFB und Senatorin

Von Natur-Lehrpark bis Aufforstung

Zwölf Interessenten haben Vorschläge für eine Zwischennutzung der Bremer Galopprennbahn bei der Stadt eingereicht. Foto: GNUSCHKE

Bremen - Von Martin Kowalewski. Reges Interesse an einer Zwischennutzung der Bremer Galopprennbahn: Auf einer Sitzung des Regionalausschusses „Galopprennbahn“ der Beiräte Vahr und Hemelingen im Bürgerhaus Hemelingen präsentierte Dirk Kühling, Abteilungsleiter Wirtschaft bei der Senatorin für Wirtschaft, jetzt zwölf Vorschläge.

Zu den Ideen für eine Zwischennutzung des Areals gehören die Einrichtung eines Golfplatzes und eines Golf-Übungsbereiches. Ein weiterer Vorschlag kommt aus dem Pferdesportbereich. Veranstalter haben zudem ein Laufevent und Konzerte vorgeschlagen. Weiter gibt es Ideen für einen Natur-Lehr-Park.

Einen Winterzirkus werde es dagegen nicht geben, da bis zum 15. Februar 2020 der Pachtvertrag des Golfclubs „Golfrange“ läuft. Fliegende Golfbälle könnten für Tiere und Besucher gefährlich werden, heißt es. Die Antragstellerin denkt allerdings bereits über einen Pfingst- oder Osterzirkus nach.

Die Oberschule Sebaldsbrück schlägt vor, den See als außerschulischen Lernort zu nutzen. Ebenfalls auf der Liste stehen eine Bezirkssportanlage und die Aufforstung der 30 Hektar. Laut Bürgerinitiative gibt es weitere Interessenten, die noch an Konzepten arbeiten.

Natürlich seien nicht alle Vorschläge machbar. „Wir sind noch in der Phase des Sammelns“, sagt Kühling. „Danach muss es ein geordnetes Verfahren geben.“ Das zu entwickeln, sei Aufgabe eines Runden Tisches. Für einen Teil der Fläche, laut Ortsamt 8 000 Quadratmeter, kann außerdem das Unternehmen Siedentopf, das auch den Abschnitt Rennbahn-West bebaut, noch ein Vorkaufsrecht ausüben. Der Runde Tisch soll Vorschläge machen, der Regionalausschuss Beschlüsse fassen. Die grüne Bausenatorin habe zugesichert, sich an diese zu halten. Eine freiwillige Selbstverpflichtung, wie Jörn Hermening, Leiter des Ortsamts Hemelingen, sagt. Über nötig werdende Änderungen im Bebauungsplan müsste dagegen die Baudeputation entscheiden. Entscheidungen etwa über Pachtverträge treffe die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) als Eigentümerin. Sie werde zunächst auch die Pflege der Anlage sicherstellen. Der Ausschuss verabschiedete eine Aufforderung an Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne), den Runden Tisch bis Ende Januar einzurichten. Dagegen scheiterten Anträge, die eine umgehende Bearbeitung von Nutzungsanträgen und Veranstaltungsanfragen durch die WFB erreichen sollten.

Kritik übt einmal mehr der Bremer Rennverein: Man sei „irritiert, dass wir noch immer nicht mit unserem Anliegen wahrgenommen werden“, so Vorstandssprecher Frank Lenk. Der Verein möchte auch künftig Renntage auf dem Areal veranstalten. „Wir haben mehrfach Gesprächsbedarf bei der Wirtschaftsförderung und der Senatorin angemeldet, werden aber ignoriert“, soLenk.

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