Nationale Maritime Konferenz in Bremerhaven / Wirtschaft erwartet die Kanzlerin in der Seestadt

„Klare Aussagen zur Stärkung“

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Der Eisbrecher „Polarstern“ im März im Kaiserdock der Lloyd-Werft in Bremerhaven. Heute beginnt in der Seestadt die neunte Nationale Maritime Konferenz.

Bremerhaven - Mit vielen Wünschen an die Bundesregierung trifft sich die maritime Wirtschaft in Bremerhaven zu ihrer nationalen Konferenz. Zwei Themenblöcke kristallisieren sich als Schwerpunkte heraus: Verkehr und Infrastruktur sowie Innovation und Umwelt. Große Erwartungen richten sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die heute zu Beginn der Konferenz in der Seestadt erwartet wird.

„Die Verbände erwarten von der Bundesregierung klare Aussagen zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft am Standort Deutschland“, heißt es in einer Stellungnahme von mehreren Verbänden. Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, der Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer, will auf der Konferenz eine entsprechende Strategie vorlegen. Dahinter verbergen sich zahlreiche Einzelpunkte, die von der Verkehrsanbindung der Häfen bis zur Technologieförderung der Werften reichen.

Der Bund hat schon vor der neunten Nationalen Maritimen Konferenz positive Signale gesendet. Der Bundestag verabschiedete eine 13 Seiten lange Entschließung, die fast alle von den Verbänden vorgebrachten Punkte aufgreift und die Bedeutung der maritimen Branchen herausstreicht. Das ist allerdings noch kein Gesetz, sondern nur eine Grundlage für die weitere Politik. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollen am zweiten Kongresstag (morgen, Dienstag) die Pläne ihrer Ressorts vorstellen.

Auf Nachwuchsprobleme in der Branche wies der Dekan für Seefahrt an der Jadehochschule im niedersächsischen Elsfleth, Ralf Wandelt, hin. „Das Problem ist, dass die jungen Leute keine Praxiserfahrungen mehr an Bord sammeln können“, sagte er. Diese seien für viele Berufe aber nötig. Seit Beginn der Schifffahrtskrise setzen viele deutsche Reeder verstärkt auf ausländische Nautiker, um Kosten zu sparen. Um eine Bundesratsinitiative der norddeutschen Länder, mit der die Beschäftigung deutscher Seeleute wieder attraktiver werden soll, geht es in Bremerhaven ebenfalls.

Die maritime Wirtschaft in all ihren Verästelungen bietet 400000 Arbeitsplätze und erreicht einen Umsatz von 54 Milliarden Euro – keineswegs allein in Norddeutschland. Viele große Zulieferer der Schiffbauindustrie, von Siemens bis MAN, produzieren in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Zudem ist das Industrie- und Exportland Deutschland auf den Seetransport angewiesen. Etwa 95 Prozent der Warenströme zwischen den Kontinenten werden mit Schiffen abgewickelt, auch 60 Prozent der deutschen Exporte. Die Nationale Maritime Konferenz führt Verbände, Institutionen, Unternehmen und Politiker aus Bund und Ländern zusammen. Etwa 800 Vertreter werden in Bremerhaven erwartet.

dpa

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