Lebensmittel für die Region

Nächtliche Frische: 60 Jahre Bremer Großmarkt

Uwe Koch-Bodes verkauft Fische auf dem Bremer Großmarkt. Der Großmarkt, mittlerweile in der Überseestadt zu finden, hat am Mittwoch sein 60-jähriges Bestehen gefeiert – natürlich früh am Morgen, wie es sich an diesem Ort gehört.
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Uwe Koch-Bodes verkauft Fische auf dem Bremer Großmarkt. Der Großmarkt, mittlerweile in der Überseestadt zu finden, hat am Mittwoch sein 60-jähriges Bestehen gefeiert – natürlich früh am Morgen, wie es sich an diesem Ort gehört.

Bremen – Morgens um 6.15 Uhr schon feiern? Klar, warum nicht? Auf dem Großmarkt in der Überseestadt jedenfalls sind um diese Zeit alle schon seit Stunden auf den Beinen. „Hier wird ab Mitternacht gearbeitet und um 8 Uhr Feierabend gemacht“, so eine Sprecherin. Und eben hier gab es am Mittwoch etwas zu feiern: 1961, vor nunmehr 60 Jahren also, ist die Gesellschaft „Großmarkt Bremen“ gegründet worden.

Am Anfang – sprich: an jenem 15. September 1961 – stand eine Blumenmarkthalle an der Paul-Feller-Straße in der Nachbarschaft von Neuenlander Straße und Flughafen. Obst und Gemüse wurden damals noch unter freiem Himmel verkauft. Peu à peu wuchs hier ein zentraler Punkt für die Versorgung des nordwestdeutschen Raums heran. Im Jahr 1968 waren schon 11 .000 Quadratmeter Hallenfläche in Betrieb.

Mitte der 90er Jahre waren schließlich 46. 000 Quadratmeter an Hallenflächen in Betrieb, dazu gab es eine Tankstelle, eine Recyclingstation sowie Kundenparkhallen. Das Großmarktareal erstreckte sich nun über eine Fläche von 123 .000 Quadratmetern – oder eben: über eine Fläche von 12,3 Hektar.

Umzug in die Bremer Überseestadt

Und dann? Dann wurde alles noch einmal ganz neu gemacht, und zwar an einem neuen Ort in den alten Hafenrevieren. Mit Blick auf die Erweiterung der Airport-City und den Bau der Autobahn 281 gab der Bremer Großmarkt seinen Standort in Flughafennähe auf – und zog um in die Bremer Überseestadt. Hier begann der Großmarkt-Betrieb im November 2002. Im Bereich des zugeschütteten Überseehafens umfasst das Großmarkt-Areal heute eine Fläche von 16,3 Hektar, von denen etwa 5,5 Hektar bebaut sind. Für Privat- und Geschäftskunden steht hier auch eine öffentliche Waage bereit – sie kann Fahrzeuge bis zu einer Länge von 18 Metern „geeicht verwiegen“, so die Formulierung, und deckt dabei einen Gewichtsradius von 400 Kilogramm bis 60 000 Kilogramm ab.

Schätze der Natur: Kisten voller Obst und Gemüse in einer Halle des Bremer Großmarkts.

Herz und Mittelpunkt des Areals bildet eine klassische Großmarkthalle mit mehr als 22. 000 Quadratmetern Fläche. Insgesamt sind mehr als 100 Händler – Obst, Gemüse, Lebensmittel, Molkereiprodukte, Blumen, Pflanzen, Zubehör, Fisch, Trockenwaren – Mieter der Hallen. Sie versorgen Einzelhandel, Gastronomie und Großverbraucher wie Krankenhäuser und soziale Einrichtungen mit frischer Ware.

Bremer Großmarkt versorgt die Region

Und das eben weit über Bremens Grenzen hinaus. Der Großmarkt in der Überseestadt, so eine Sprecherin, hat in einem Umkreis von 100 Kilometern etwa 3 000 Kunden. Die Großmarkt-Bereichsleitung schätzt den jährlichen Warenumsatz an Lebensmitteln auf ungefähr 250 000 Tonnen. Dies entspreche einem Umsatz von etwa 400 Millionen Euro, hieß es weiter. „Mehr als 500 Menschen arbeiten hier täglich, um gut 1,5 Millionen Menschen in Nordwestdeutschland mit frischen Lebensmitteln zu versorgen“, sagte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) am Mittwoch.

Eine Obsthändlerfamilie aus dem Alten Land, die seit 1898 im Geschäft und seit dem ersten Tag auf dem Großmarkt Bremen mit von der Partie ist, eine Familie, die seit 1860 im Fischhandel arbeitet, ein Obst- und Gemüsehändler in sechster Generation, der bereits im Kindesalter mit weißer Schürze im Verkauf gestanden hat: Menschen wie sie sind es, die zur „Stammbesatzung“ auf dem Areal in der Überseestadt gehören – Nacht für Nacht.

Früher übrigens hat die Großmarkt-Gesellschaft noch einen eigenen Geschäftsführer gehabt. 2018 aber hat die Messegesellschaft den Betrieb des Großmarkts übernommen – unter dem Dach der Gesellschaft „M3B“ wurden beide Bereiche damals zusammengeführt. Zu „M3B“ gehören neben dem Großmarkt die Messe Bremen, die Stadthalle (ÖVB-Arena) und der Ratskeller.

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