Nächtliche Bergung mit Kran und Tieflader

Endstation im Gras: Russisches Kleinflugzeug kommt bei Landeanflug von der Piste ab

Bergung des russischen Kleinflugzeuges in der Nacht zu Montag auf dem Bremer Airport. - Foto: Photoka
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Bergung des russischen Kleinflugzeuges in der Nacht zu Montag auf dem Bremer Airport.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Die Ursache für den Unfall eines russischen Privatflugzeuges am Sonntagabend auf dem Bremer Airport ist weiter ungeklärt. Ob der Sturm mit dazu beigetragen hat, dass die Maschine von der Start- und Landebahn abkam und ins Grün rutschte, dazu wollte die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Montag auf Nachfrage keine Einschätzung abgeben. Zunächst müsse alles ausgewertet werden, sagte Sprecher Germout Freitag.

Die Cessna Citation Bravo 550 war am Sonntag gegen 18.30 Uhr beim Landeanflug aus Richtung Osten von der Piste abgekommen (wir berichteten) und 15 Meter weiter im Gras stehengeblieben – ohne große Schäden, wie eine Flughafensprecherin sagte. Ihren Angaben zufolge blieben die drei Besatzungsmitglieder – ein Pilot, ein Co-Pilot und eine Flugbegleiterin – unverletzt. Passagiere sollen sich laut Airport nicht an Bord befunden haben. Folge war, dass bis in die Nacht nichts mehr ging auf dem Flughafen. Fünf Flüge am Sonntagabend fielen aus, darunter nach Istanbul, Stuttgart und Paris. Sechs ankommende Maschinen wurden nach Hamburg oder Hannover umgeleitet. Den Angaben zufolge informierte das Notfallteam des Airports Fluggäste und Abholer. Betriebsleiter Christian Knuschke lobte das Krisenmanagement und die enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, das habe alles „sehr gut funktioniert“.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig schickte umgehend zwei Experten nach Bremen, um den russischen Learjet, der Platz für zehn Passagiere hat, zu untersuchen. Gegen Mitternacht gaben sie die Maschine zur Bergung frei, wie Sprecher Freitag erklärte.

Huckepack ging's zur Werft der Atlas Air Service

Mit Kran und einem Tieflader rückte die Spezialfirma Holler noch in der Nacht auf dem Bremer Airport an, um das vom Weg abgekommene Privatflugzeug zu bergen. Huckepack ging's dann für die Maschine zur Werft der Atlas Air Service. Um 1.17 Uhr wurden Start- und Landebahn wieder freigegeben. Doch wegen des Nachtflugverbots lief der Flugbetrieb erst am frühen Morgen wieder an. Ein wenig hakte es zunächst noch. „Das liegt daran, dass Flugzeuge, die Sonntag nicht in Bremen landen konnten, sich für einen entsprechenden Abflug ab Bremen nicht hier am Flughafen befinden. So waren sogenannte Positionierungsflüge notwendig“, sagte Betriebsleiter Knuschke. Dabei unterstütze der Flughafen.

Die Experten der Bundesstelle gingen unterdessen weiter ihrer Arbeit nach. Bergung der sogenannten „Black Box“, Befragung von Flugzeuginsassen und Lotsen – all das stand auf dem Programm. „Erst dann wird alles ausgewertet“, erklärte Germout Freitag. Zu einer möglichen Ursache wollte er sich nicht äußern. Es könne bis zu einem Jahr dauern, bis der Abschlussbericht vorliege, so der Sprecher weiter.

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