Neue Show „Toys“ im GOP-Theater

Nachts im Spielzeugladen

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Ein Rollschuh-Act ist im Bremer GOP-Varietétheater in der Überseestadt zum ersten Mal seit seiner Eröffnung vor fünf Jahren zu sehen. Das kanadische Duo Myriam & Mathieu zeigt die sinnlich-furiose Rollschuhakrobatik in der neuen Show „Toys“.

Bremen - Von Ulla Heyne. Wenn sich im GOP-Varietétheater der Vorhang hebt, staunen die Zuschauer, werden sie doch – trotz des modernen Titels „Toys“ – in einen herrlich altmodischen Spielzeugladen versetzt. Und kaum hat der Besitzer Feierabend gemacht, erwachen die vielen Puppen und Figuren, ganz wie in „Nachts im Museum“, zum Leben.

Eine kesse Puppe (Chelsea Angell) lässt Hula-Hoop-Reifen und Rhönrad kreisen, Pinocchio (Thomas Vey) treibt sein Einrad mit einer Zuckerstange voran. Und das Aufhängen des „Toys“-Schildes mit vereinten Kräften der Fleisch gewordenen Regal-Bewohner gerät am Sonntagabend zur urkomischen Clownsnummer am Trapez.

Natürlich sind auch einige der Spielzeuge beseelt, etwa die Keulen von Audrey Decaillon. Dass die Französin für ihre poetische Nummer wie auch einige andere Artisten mit konventionelleren Acts am Ende unverdient wenig Applaus erntet, liegt am Schatten einiger spektakulärer Auftritte. Etwa dem des erst 19-jährigen Saleh Prinz Yazdan, frisch von der Berliner Artistenschule, mit seiner Equilibristik auf einem überdimensionalen Schaukelpferd. 

An dem kanadischen Duo Myriam & Mathieu, das erstmals seit der Eröffnung des Bremer Hauses vor fünf Jahren sinnlich-furiose Rollschuhakrobatik zeigt. Und an den russischen „Boytsovs“ am selten zu sehenden russischen Barren. Mit der fünf Meter langen elastischen Stange katapultieren die beiden Werfer den Springer nicht nur zum Zwei- und sogar Dreifachsalto unter der Saaldecke, sondern lassen ihn dabei auch noch Seilspringen.

Den eigentlichen Charme des Stückes – neben der Präsenz seiner Artisten und der phantasievollen Kulisse – macht jedoch etwas anderes aus: Statt aneinandergereihter Nummern erschafft das Varieté eine eigene Welt voller bunter Bilder, erzählt eine Geschichte, in der die Protagonisten miteinander verwoben sind, lustvoll interagieren, en passant allerlei Schabernack treiben und, passend zur Adventszeit, Kindheitsträume auf die Bühne bringen.

Dabei bezieht Clown Aaron Marquise als charmanter Erzähler mit einem Schuss Anarchie immer wieder das Publikum mit ein. Die Zuschauer müssen Kaugummis retten, Rollschuhe binden oder auch mal eine Weichbodenmatte über die Köpfe hinweg auf die Bühne befördern.

Als GOP-Gründer Hubertus Grote vor fünf Jahren bei einem Zirkusfestival in Paris von einem Café aus das Schaufenster eines Spielzeugladens sah und die Idee hatte, die Puppen tanzen lassen, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, dass seine Idee, umgesetzt von Regisseur Ulrich Thon, rund zwei Stunden lang die Zuschauer ins Reich des kindlichen Staunens versetzten würde.

GOP-Varietétheater stellt neues Programm „Toys“ vor 

„Toys“ ist noch bis einschließlich 8. Januar 2017 immer mittwochs bis sonntags zu sehen. Karten ab etwa 38 Euro gibt es in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

www.variete.de/spielorte/bremen/

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