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Bremens Mäzen: Trauer um Bernd Hockemeyer

Bremen trauert um seinen Ehrenbürger Bernd Hockemeyer – hier auf einem Foto von 2001. Foto: BAHLO

Bremen – Bremen trauert um seinen Ehrenbürger Bernd Hockemeyer. Der Unternehmer, einstige Handelskammer-Präses und Mäzen Bernd Hockemeyer ist, wie am Mittwoch bekannt wurde, am 9. Mai gestorben. Hockemeyer, der von 1975 bis 1979 für die CDU in der Bürgerschaft saß, wurde 84 Jahre alt. Bürgerschaft, Rathaus und Schütting, Sitz der Handelskammer, wurden am Mittwoch mit Trauerflor beflaggt.

Hockemeyer, am 27. Oktober 1935 in Bremen geboren, hatte 1960 die Leitung der Firma Gebrüder Thiele übernommen und das internationale Geschäft des Unternehmens (Porzellan, Glas, Keramik, Werkzeug, Eisenwaren, Gartengeräte) ausgebaut.

Vor allem aber war er ein Bürger im eigentlichen Sinne – einer, der sein Handeln mit dem Wirken für die Gemeinschaft verband. In seinem Falle bedeutete das: Wirken für Bremen. Hockemeyer wollte Wirtschaft, Kultur und Bildung miteinander verbinden. Er gilt als bedeutender Förderer bremischer Kultur. Hockemeyer, Vater von vier (heute erwachsenen) Kindern, förderte die Deutsche Kammerphilharmonie und engagierte sich für die Weserburg. Er gründete die „Bernd und Eva Hockemeyer Stiftung“. Im April 2003 wurde er zum Bremer Ehrenbürger ernannt.

„Bernd Hockemeyer war in fast 25 Jahren gemeinsamer Zusammenarbeit ein kluger, immer verlässlicher und freundschaftlicher Ratgeber“, sagt Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz. Die „Kulturakteure des Landes Bremen“ verlören mit ihm „einen wirklichen Partner, der ihnen stets mit Rat und Tat zur Seite stand“.

Kunstschätze und Bernsteinzimmer-Mosaik

Hockemeyer hatte entscheidenden Anteil an der im Jahr 2000 gelungenen Rückführung von 101 bedeutenden Kunstwerken der Bremer Kunsthalle, die Soldaten der Roten Armee 1945 aus Schloss Karnzow in der Mark Brandenburg in die Sowjetunion mitgenommen hatten. Aus Sicherheitsgründen waren die Zeichnungen und grafischen Blätter, darunter ein frühes Landschafts-Aquarell von Albrecht Dürer, im Krieg von Bremen nach Schloss Karnzow ausgelagert worden. Durch sein privates finanzielles Engagement machte Hockemeyer 2000 die Rückgabe des Bernsteinzimmer-Mosaiks an Russland möglich. Es war 1997 in einer Wohnung im Steintor aufgetaucht. Die Mosaik-Rückgabe ermöglichte die Rückführung der 101 Werke an die Bremer Kunsthalle. Hockemeyer engagierte sich nach damaligen Presseberichten mit etwa 200 000 Mark.

Als Mitglied des Plenums der Handelskammer (1986 bis 2002) und deren Präses (1997 bis 2000) hat Hockemeyer zudem „die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Handelskammer und der Bremer Politik wesentlich mitgeprägt“, wie das Rathaus am Donnerstag betonte. „Bernd Hockemeyer hat sich wie kaum ein anderer um das Gemeinwohl Bremens verdient gemacht“, sagte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). „Unvergessen bleibt auch sein Einsatz für die Bildung, zum Beispiel für die Schuloffensive“, so Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff (CDU). „Er war den Menschen zugewandt und hat gesehen, was Kunst, Kultur und Bildung für die Gesellschaft bedeuten. Mit seiner Stiftung und auch als Ehrenbürger der Stadt gehörte er zu den bedeutenden Förderern in unserer Region“, so Präses Janina Marahrens-Hashagen und Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger von der Handelskammer. THOMAS KUZAJ

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