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Bremen: Neue Airline setzt auf nachhaltiges Fliegen

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Von: Jörg Esser

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Ein Flugzeug im Anflug auf den Bremer Airport..
Noch steuern mit Kerosin betankte Flugzeuge den Bremer Flughafen an. Doch die neugegründete Fluggesellschaft „Evia Aero“ will das ändern. In fünf Jahren sollen auch elektrisch betriebene Maschinen in Bremen starten und landen. © Bahlo

In Bremen ist eine neue Fluggesellschaft gegründet worden. Evia Aero will in fünf Jahren 15 europäische Destinationen miteinander verbinden - mit elektrisch betriebenen Flugzeugen.

Bremen – „Die Luftfahrtbranche wird die Uhr nicht zurückdrehen können“, sagt Florian Kruse. Und weiter: „Der Klimawandel macht es notwendig, Dinge zu ändern. Wir müssen uns bewegen.“ Emissionsneutrale Antriebssysteme sind gefragt. Nachhaltiges Fliegen sozusagen. Und genau darauf setzt Kruse mit der neuen Bremer Airline „Evia Aero“.

Ziel des Unternehmens ist der Betrieb eines nachhaltigen regionalen Luftverkehrs in Europa. Binnen fünf Jahren will die Airline ein europäisches Streckennetz mit rund 15 Destinationen aufbauen und auf den Strecken Flugzeuge mit bis zu 30 Sitzplätzen und nachhaltigen Antriebssystemen einsetzen. „Unser Geschäftsmodell setzt auf die Verbindung regionaler Zentren abseits der Drehkreuze der großen Netzwerkcarrier.“

Man werde ausschließlich Ziele anfliegen, die für größere Fluggesellschaften nicht ausreichend Potenzial bieten. Bremen sei als eine Basis geplant, sagt Airline-Gründer und -Geschäftsführer Kruse, der als ehemaliger Prokurist des Bremer Flughafens mit der Luftfahrtbranche vertraut ist. „Evia (das „E“ steht für elektrisch, das „via“ ist lateinisch für „der Weg“) Aero“ wird als Regional-Airline konzipiert: „Wir wollen mit elektrisch betriebenen Flugzeugen für Bremen verlorengegangene Märkte reaktivieren.“

Regional-Airline mit Basis in Bremen

Zielgruppe sind vor allem Geschäftsreisende, die zukünftig „erschwinglich, nachhaltig, verlässlich und zeitsparend“ durch Europa reisen und für die bedarfsgerechte Verbindungen geschaffen werden sollen. „Die Wirtschaft braucht Flugverkehre“, sagt Kruse. Und die Lösung seien Point-to-Point-Verbindungen mit kleinen „grünen“ Maschinen mit einer Reichweite von 400 bis 800 Kilometern. Was die anvisierten Destinationen angeht, hält sich der Geschäftsführer bedeckt. Blickt man auf frühere Flugpläne und Regionalfluglinien, sind unter anderem Zürich, Kopenhagen und Brüssel denkbar.

Florian Kruse.
Setzt auf nachhaltiges Fliegen: „Evia-Aero“-Gründer Florian Kruse. © Evia Aero

Zurück ins Cockpit: Noch ist das emissionsfreie Flugzeug nicht am Markt. Aber es sind bereits Flugzeuge aus der Start-up-Szene mit elektrischem Antrieb angekündigt. „Einige Hersteller sind schon sehr weit, haben den Rollout hinter sich“, sagt Kruse. „Evia Aero“ will jetzt die Weichen dafür stellen, die Flieger bei Marktreife einsetzen zu können. „Wir wollen in diesem Jahr die ersten Flugzeuge ordern.“

Was ebenfalls noch fehlt, ist die Lade-Infrastruktur am Boden mit entsprechenden Speicherkapazitäten. Grundsätzlich wird es ähnlich funktionieren wie bei Elektrofahrzeugen. Über Nacht kommt der Flieger an die Steckdose. „Doch es muss genug Power da sein.“

Strom aus erneuerbaren Energien

„Evia Aero“ will vollständig unabhängig von Kerosin und Gas sein, unabhängig von Energie aus russischen Quellen. Die Flotte soll mit Strom aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen, betrieben werden. Kruse schwebt ein geschlossenes System vor, in dem auch die ausgetauschten Batterien wiederaufgeladen werden und im Energiekreislauf eine Rolle spielen. Gespräche mit entsprechenden Industriepartnern laufen, heißt es.

„Unser Konzept ist nicht nur eine Vision, es wird ein Thema für ganz Europa“, sagt Kruse. Und: „Wir haben Partner, die wissen, wie es mit alternativen Technologien funktioniert.“ Hinter „Evia Aero“ stehe „ein Expertengremium mit Vertretern aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Batterietechnik und Luftfahrtgesellschaften“. Kruse ist überzeugt: „Wir sind zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“

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