Nachhaltige Veränderung

25 Mitarbeiter des Ordnungsdienstes feiern Amtseinführung im Rathaus

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Amtseinführung im Kaminsaal des Rathauses: 25 neue Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sind da. Rechts im Bild: Innensenator Ulrich Mäurer und Sermin Riedel, Leiterin des Ordnungsamtes.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Sie sind Pioniere. Und irgendwie auch Pioniere im Rathaus: Erstmalig kamen 25 Mitarbeiter des neuen Bremer Ordnungsdienstes zur Amtseinführung in den Kaminsaal, so wie man es bei neuen Jahrgängen bei Polizei und Feuerwehr kennt. Zwölf ihrer Kollegen arbeiten bereits Oktober, zehn weitere seit Januar.

Die Mitarbeiter des neuen Ordnungsdienstes sollen auf Ordnungswidrigkeiten hinweisen und diese auch gegebenenfalls sanktionieren. In vielen Stadtteilen gibt es großes Interesse an den Ordnungskräften.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagt, dass dies auch aus einem anderen Grund etwas Besonderes ist. „Sie sind der erste Ordnungsdienst seit Jahrzehnten, den die Stadt begrüßen darf“, sagt Mäurer. „Das hätte vor 20 Jahren so nicht funktioniert. Wäre man damals mit Ordnung und Sauberkeit angetreten, wäre man als ewig gestrig, spießig und kleinkariert gesehen worden.“

Das Herunterfahren der Finanzmittel und der Rückzug des Staates hätten aber die Gesellschaft verändert. In manchen Stadtteilen werde der Müll einfach aus dem Fenster geschmissen, obwohl überall Container stehen. Manche Radfahrer würden keine Ampeln mehr kennen, einige Autofahrer schon morgens unter Drogen stehen. „Das ist die Vorgeschichte, dort wo Sie nicht vorkommen“, sagt Mäurer vor den neuen Ordnungskräften. Die Bürger wollen den Ordnungsdienst, so der SPD-Mann.

In allen größeren Städten gäbe es bereits vergleichbare Ordnungsdienste. „Wir haben spät angefangen, aber nicht zu spät“, sagt der Innensenator. „Ich denke, dass es nach der Wahl wohl weitergeht.“

Die Zielzahl von 100 Ordnungskräften steht im Raum. „Ziel ist es, die Dinge nachhaltig zu verändern“, sagt er. Hierfür reiche der neue Ordnungsdienst nicht.

Mäurer geht exemplarisch auf einen kritischen Stadtteil ein. „Wir werden größere Programme in Gröpelingen auflegen. Da hilft auch, dass die Polizei mehr Personal bekommt.“ Den neuen Ordnungskräften empfahl der Senator schließlich „bürgernah, aber auch konsequent zu sein“.

Im neuen Jahrgang sind auch Svenja Elsing (25) und Ibrahim Samcar (40). Beide waren vorher im kaufmännischen Bereich tätig und sind jetzt als Team unterwegs. Elsing sagt, wie sie sich verhält, wenn jemand arglos eine Chipstüte weggeworfen hat und ignorant an ihr vorbeigeht: „Ich stelle mich erstmal vor und spreche ihn auf sein Fehlverhalten an. Dann sage ich ihm, dass sein Verhalten eine Ordnungswidrigkeit darstelle und er die Möglichkeit hat, die Tüte noch aufzuheben und dass es sonst eine Verwarnung gibt.“ Meist werden die Sachen aufgehoben. Es gehe immer darum, dass die Missetäter ihr Verhalten dauerhaft ändern. „Es geht auch darum, wie man mit den Leuten redet.“

Samcar erzählt von einer Situation, die nicht ganz ungefährlich war. Er traf auf einen Mann aus der Türsteherszene mit einem Pitbull. Diese Hunde sind in Bremen nicht erlaubt. „Der Hundehalter war ein Schrank von einem Mann. Er war nicht erfreut, als wir ihm mitgeteilt haben, dass wir seinen Hund jetzt sicherstellen müssen“, sagt Samcar. „Er hat es aber eingesehen. Ich dachte mir, das hätte auch anders kommen können.“ Der Mann habe den Hund zum Dienstwagen gebracht. Der Pitbull habe sich auch als recht umgänglich erwiesen. „Der Hund war noch sehr jung und verspielt.“

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