Nachfrage übersteigt Angebot

Flächenumsatz auf dem Gewerbeimmobilienmarkt sinkt um ein Drittel

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Bremen braucht mehr Gewerbeflächen. Die Bagger sollen rollen, wie hier im August 2016 im Gewerbepark Hansalinie. Dort sind seither 55 Hektar Erweiterungsflächen erschlossen worden.

Bremen - Die Nachfrage bleibt hoch, das Angebot ist lückenhaft. So ist der Flächenumsatz auf dem Markt für Logistik- und Industrieflächen in Bremen, Bremerhaven und „umzu“ im Jahr 2017 gesunken – um ein Drittel von 225 .000 (2016) auf rund 150 .000 Quadratmeter. Das geht aus einer Analyse des Bremer Immobilienunternehmens Robert C. Spies hervor.

Die Flächennachfrage sei im ersten Halbjahr 2017 ähnlich stark gewesen wie im Vorjahr, heißt es. Doch viele Unternehmen konnten „wegen des limitierten Angebots an verfügbaren Logistik- und Industrieflächen im Bremer Stadtgebiet keine Mietverträge schließen“, sagt Björn Sundermann, Leiter für Logistik- und Industrieimmobilien bei Spies. „Hinzu kommt, dass im vergangenen Jahr Großvermietungen fehlten, da kaum moderne großflächige Logistikflächen auf dem Markt angeboten werden.“ Die Leerstandquote sei weiterhin „historisch niedrig“. Sie liege bei unter einem Prozent bei einem Flächenbestand von aktuell rund vier Millionen Quadratmetern.

In Bremen herrscht laut Sundermann ein Mangel an hochwertigen Logistik- und Produktionsflächen. Es gebe kaum baureife Grundstücke. „Die sich im Eigentum befindlichen Logistik- und Industriegrundstücke müssten stärker für Spekulativbauten zur Verfügung gestellt werden, um für eine Entlastung auf dem Markt zu sorgen“, sagt Sundermann. Und weiter: „Die generelle Verfügbarkeit steht aktuell klar im Fokus, während vor einigen Jahren vorwiegend Lage- und Ausstattungsparameter maßgebliche Kriterien bei der Flächenwahl waren.“

Hohe Nachfrage nach Flächen

Spitzenmieten von 4,50  Euro pro Quadratmeter lassen sich laut Sundermann derzeit im Güterverkehrszentrum (GVZ) und im Gewerbegebiet Hansalinie erzielen. Die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter liegt bei 3,20  Euro.

Der Gewerbepark an der Hansalinie ist just um 55   Hektar erweitert worden. Die Erweiterungsflächen seien komplett erschlossen, die ersten Unternehmen schon vor Ort, heißt es bei der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Die Nachfrage nach Flächen sei hoch. 13 Millionen Euro steckte die rot-grüne Landesregierung in den Ausbau, elf Millionen Euro davon wurden aus Mitteln bezahlt, die Bund und Land für die regionale Wirtschaftsförderung zur Verfügung stellen.

Flächenumsatz wird wieder ansteigen

Das lässt auf große Abschlüsse für Bremen hoffen. Zuletzt profitierte das Umland vom Bremer Flächenmangel – vor allem Achim. Dort wurde laut Spies der größte Abschluss in der Region im Jahr 2017 registriert: Mercedes zog in einen Neubau auf einer Gesamtfläche von 23 .500 Quadratmetern.

Die Unternehmensgruppe Spies geht für 2018 aufgrund der weiterhin guten konjunkturellen Aussichten und der anhaltend dynamischen Nachfrage nach Lager-, Logistik- und Produktionsflächen in Bremen wieder von einem Anstieg des Flächenumsatzes aus. Sundermann: „Wir erwarten, dass sich der Jahresflächenumsatz im kommenden Jahr wieder bei mehr als 180. 000 Quadratmetern einpendeln wird.“

je

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