Lebenslange Haft gefordert

Nachbarin missbraucht und getötet

Bremen - Die Staatsanwaltschaft fordert lebenslange Haft, die Verteidigung will einen Freispruch. Im Verfahren um den gewaltsamen Tod einer 66-Jährigen aus Bremerhaven gehen die Bewertungen der Schuld des Angeklagten weit auseinander.

Im Prozess gegen einen 48-Jährigen, der seine Nachbarin in Bremerhaven missbraucht und getötet haben soll, hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Die Anklagebehörde verlangte am Mittwoch vor dem Landgericht Bremen, den Mann wegen Mordes und Vergewaltigung zu verurteilen. Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Der Angeklagte bestreitet die Tat. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch.

Der Mann ist angeklagt, die 66-Jährige so heftig ins Gesicht geschlagen zu haben, dass sie das Bewusstsein verlor. Anschließend habe er sie missbraucht und ihr dabei tödliche Verletzungen zugefügt. Das Opfer starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Oberstaatsanwalt Frank Schmitt verwies auf Spuren des Angeklagten am Tatort. Zudem sei die DNA des Opfers an dessen Fingernägeln festgestellt worden. Ihm sei klar, dass der Mann die Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebes begangen habe, sagte Schmitt. Als gelernter Schlachter mit entsprechenden anatomischen Kenntnissen müsse dem Mann die Gefährlichkeit seiner Handlungen bewusst gewesen sein. Er habe den Tod der 66-Jährigen zumindest in Kauf genommen.

Die Nebenklage - die vier Kinder des Opfers - schloss sich der Forderung der Staatsanwaltschaft an. Eine der beiden Töchter fragte sichtlich bewegt, warum ihre Mutter sterben musste.

Verteidiger Alexander Ukat betonte, es gebe keine Beweise, dass sein Mandant schuldig sei. Zahlreiche Spuren deuteten auf eine andere Person hin, die auch als Zeuge vernommen wurde. Dessen Alibi für den Tatzeitpunkt halte er für nicht stichhaltig, sagte der Verteidiger. Sein Mandant müsse freigesprochen werden. „Ich bin mir absolut keiner Schuld bewusst“, sagte der Angeklagte, der angegeben hatte, sich nicht an den Tatzeitraum erinnern zu können. Das Urteil soll am 7. Februar gesprochen werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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