Zug durchs Viertel

Nach Werder-Spiel: Demo gegen die Polizei mit fliegenden Flaschen

Ketten- und Radfahrzeuge der US Armee werden im Rahmen Großübung „Defender Europe 20“ in Bremerhaven ausgeladen. Gegen die Übung ist für Sonnabend eine Demo angekündigt. Foto: DPA/KLAMA
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Ketten- und Radfahrzeuge der US Armee werden im Rahmen Großübung „Defender Europe 20“ in Bremerhaven ausgeladen. Gegen die Übung ist für Sonnabend eine Demo angekündigt.

Die Polizei hatte am Wochenende in Bremen und Bremerhaven alle Hände voll zu tun. Neben dem Bundesliga-Spiel von Werder Bremen gegen Borussia Dortmund im Weserstadion hatten sich gleich zwei Demos angekündigt.

Update, 24. Februar: Nach dem Werder-Spiel gegen Dortmund haben am Samstag etwa 400 Ultras gegen – aus ihrer Sicht – „Willkür und polizeiliche Repression“ demonstriert. „Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Demonstranten zogen von der Hamburger Straße in der Nähe des Stadions durchs Viertel bis zum Wall (Innenstadt). Dort gab es eine Kundgebung.

Die Polizei begleitete die Demonstration. „Aus der Menge heraus wurden polizeifeindliche Parolen skandiert, ein Knallkörper gezündet und eine Flasche geworfen“, so die Sprecherin. Es habe „keine weiteren herausragenden Störungen“ gegeben. Die linksgerichteten Ultras stören sich an Polizeikontrollen, am Staat überhaupt und zudem insbesondere an Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). (kuz)

Viel Polizei in Bremen und Bremerhaven: ein Spiel, zwei Demos

Originaltext, 21. Februar: Bremen – Wer am Samstag, 22. Februar, nicht unbedingt erleiden will, wie Stürmer Erling Haaland mit seinen Dortmunder Borussen Werder Bremen abschießt, der sollte die Stadt vielleicht besser meiden – zumindest den Bereich rund ums Stadion, ums Viertel und um den Wall. Hier plant eine linke Initiative nach dem Fußballspiel eine Demonstration gegen die Polizei.

Die Bremer Polizei bereitet sich den Angaben zufolge insgesamt gleich auf drei große Einsätze vor: Fußball, der Aufzug im Viertel sowie eine Demonstration in Bremerhaven gegen die Übung „Defender Europe 20“ der US-Army. Im Rahmen der Verteidigungsübung wird schweres Militärgerät, unter anderem Panzer und Kettenraupen, nach Europa gebracht. In Bremerhaven ist ein Schiff bereits eingetroffen, zwei weitere folgen. Aus diesem Grund startet am Samstag um 11 Uhr in Bremerhaven eine Demo unter dem Motto „Nein zu Kriegsmanövern!“. Da es sich hierbei um eine Landeslage handelt, arbeiten die Polizei Bremen und die Ortpolizeibehörde Bremerhaven gemeinsam, sagte der Sprecher der Bremer Polizei, Nils Matthiesen. Gerechnet wird mit 400 Teilnehmern.

Zurück nach Bremen. Hier treffen die Werderaner im ausverkauften Weserstadion (Anpfiff: 15.30 Uhr) auf Borussia Dortmund. Rund 5 000 Gäste-Fans haben sich den Angaben zufolge angesagt. Nach dem Spiel ist vor der Demo, denn während die Fans sich auf dem Heimweg machen, haben die Polizeibeamten weiter alle Hände voll zu tun. Für 18.30 Uhr ist aus dem Umfeld der linken Ultras eine „Demo gegen Repression“ angemeldet. Der Protest wendet sich gegen die Polizei, der die Szene Gewalt vorwirft. Nach einer Kundgebung an der Kreuzung Verdener Straße/Hamburger Straße soll der Zug durchs Viertel bis zum Wall/Altenwall führen. Gerechnet wird mit etwa 250 Teilnehmern. Auseinandersetzungen sind hier durchaus möglich. Bei einer nicht angemeldeten Demo aus der linken Szene am Abend des 10. Februar waren 50 bis 60 Personen randalierend durchs Viertel gezogen. Die Demonstranten hielten ein Transparent mit der Aufschrift „Todesursache: dein Freund und Helfer“ hoch. Später kam es zu großflächigen Schmiereien und weiteren gegen die Polizei gerichteten Parolen. Erste Hinweise zu den Vorfällen hat die Polizei inzwischen, wie ein Sprecher gegenüber unserer Zeitung bestätigte.

Und noch ein Rückblick: An einer Demo gegen rechte Gewalt am Donnerstagabend im Viertel nahmen laut Polizei rund 1.000 Menschen teil. Die Demo war bereits vor den Morden in Hanau am Mittwochabend geplant worden. Hintergrund waren zwei Brandstiftungen am Wochenende im Jugendzentrum „Friese“ im Steintorviertel. Dabei waren Aufkleber mit rechtspolitischem Bezug gefunden worden. Nach dem Anschlag in Hanau mit mehreren Toten schlossen sich zahlreiche Menschen am Donnerstag spontan dem Zug an, um gegen rechte Gewalt zu protestieren. Das lief nicht ganz friedlich ab, denn etwa 100 Teilnehmer vermummten sich und zündeten Pyrotechnik, wie Polizeisprecher Matthiesen berichtete. Zudem seien Polizisten aus der Menge heraus mit Parolen beleidigt worden.

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