Staatsanwaltschaft ermittelt

Tödliche Prügelattacke: Zwei Festnahmen in Lüssum

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Im Zusammenhang mit dem Tod eines 15-jährigen Syrers in Blumenthal hat es in der Nacht zu Dienstag in Lüssum zwei Festnahmen gegeben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Frank Passade gegenüber unserer Zeitung.

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags. Zu der Tat war es während der Silvester-Böllerei an der Lüssumer Heide gekommen. Der syrische Jugendliche hatte den Jahreswechsel dort mit seinen Familienangehörigen auf der Straße vor seiner Wohnung gefeiert. „Nach den bisherigen Ermittlungen dürfte es in der Silvesternacht gegen 0.20 Uhr zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Opfer und einer vermutlich kurdischen Tätergruppe gekommen sein, in deren Verlauf das 15-jährige Opfer in den Partyraum eines Lokals flüchtete, dort von der Verfolgergruppe gestellt und körperlich schwer misshandelt wurde“, hatte Passade am Montag erklärt.

Der 15-jährige Syrer war in ein Lokal geflüchtet, wo seine Verfolger ihn stellten und so schwer misshandelten, dass er wenige Tage später starb.

Die Täter hatten den Jugendlichen mit Schlägen und Tritten traktiert, berichteten Zeugen. Ein Gast alarmierte gegen 0.30 Uhr den Rettungsdienst. Der 15-Jährige, der dem Vernehmen nach mit seinen Eltern und zwei Geschwistern aus Syrien nach Deutschland geflüchtet war, kam mit schweren Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Er musste in ein künstliches Koma versetzt werden. Am 7. Januar ist er in der Klinik gestorben. Angehörige des Opfers hatten die Polizei erst etwa zwei Stunden nach der Tat eingeschaltet. 

Zu der Tat war es während der Silvester-Böllerei an der Lüssumer Heide gekommen.

So konnten die Ermittlungen „leider nicht unmittelbar im Anschluss an die geschilderte Straftat“ aufgenommen werden, wie Passade formulierte. An die Öffentlichkeit gelangte der Fall erst nach Tagen – und zwar, nachdem er im sozialen Netzwerk Facebook zu einem Thema geworden war. Dort schlägt er nach wie vor hohe Wellen. Damit rücken auch Konflikte unter Zuwanderern unterschiedlicher Herkunft und Glaubensrichtungen in den Fokus. 

Die Ermittlungsbehörden hatten von Beginn an betont, dass „Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit keine Hinweise dafür vorliegen, dass ein fremdenfeindlicher Hintergrund Auslöser der Tat gewesen sein könnte“. Denn: „Vielmehr deuten die bisherigen Ermittlungen darauf hin, dass der oder die Täter aus dem kurdischen Kulturkreis stammen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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