Nach dem Scheitern des „City-Centers“: Grüne Ideen für die Bremer Innenstadt

„Zu klein zum Wachsen“

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Blick in die Obernstraße. Hier fehlen Sitzgelegenheiten, sagen die Grünen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wohin steuert die Bremer Innenstadt? Eine Frage, mit der sich nach dem Scheitern des „City-Centers“ auch die Bürgerschaftsfraktion der Grünen beschäftigt hat. Robert Bücking, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion, präsentierte gestern die Vorschläge der Grünen. Das Scheitern des „City-Centers“ ist für ihn „ein Schmerzpunkt“ der rot-grünen Regierungsarbeit.

Was tun gegen die Schmerzen? Die Grünen setzen auf eine kurzfristige und eine langfristige Strategie. Zu den Langfrist-Thesen gehört der Gedanke, Bremen möge sich bei der Innenstadtentwicklung nicht allein auf den Einzelhandel „beschränken“. In einem Papier zum Thema heißt es: „Wir werben dafür, dass sich die Innenstadt aus der Fixierung auf große Einzelhandelseinheiten als Königsweg aus allen Schwierigkeiten löst.“

Seit 25 Jahren gebe es in der City eine „strukturelle Schwäche des Einzelhandels“. Erst die Ampel, dann die große Koalition, nun Rot-Grün – niemand habe „ein Gegenmittel“ gefunden. Während es in der Innenstadt keine Veränderung gegeben habe, sei zugleich der Einzelhandel in der Peripherie gewachsen, so Bücking – „zum Teil mit staatlicher Geburtshilfe“. Der Weserpark „wächst wie frisch gedüngt“, sagt Bücking. Und die Projektmanagementgesellschaft „erfreut sich großer Bedeutung“. Bremens Innenstadt aber – sie sei „zu klein zum Wachsen“, eine „enge Nuss“, eingeklemmt „zwischen Wall und Weser“.

Abgetrennt vom Rest der Stadt, von Schwachhausen, von Walle, von der Neustadt. Die „innere Isolation der Innenstadt“ bezeichnen die Grünen in ihrem Papier als „großes Problem“. Ausnahme: das Viertel. Langfristig müsse die City folglich größer gedacht werden. Es gelte, Brückenschläge in die Nachbarstadtteile zu schaffen.

Und kurzfristig? Da hat die Grünen-Fraktion ein Bündel von Vorschlägen für den „Perspektivkreis Ansgaritor“, der nach dem Scheitern des „City-Centers“ genau das tun soll: Perspektiven entwickeln (die möglichst wenig Geld kosten). Ideen der Grünen:

Der Markt auf dem Domshof hat, so Bücking, „Luft nach oben“. Anlass für eine Verschönerung etwa nach dem Vorbild des Findorff-Markts könnte die Fertigstellung des Landesbank-Baus und die Neu-Nutzung des Bremer-Bank-Gebäudes sein. Da brauche der Markt einen „neuen Schub“.

Die Grünen wollen die Fußwege von Obern- und Hutfilterstraße mit „bunten Sitzmöbeln aus Kunststoff mit Sonnenschirm und freiem Internetzugang“ vollstellen. „Mobile Gastro-Wägelchen“ könnten die sitzenden Fußgänger dann versorgen. „Ohne Verzehrzwang“, versteht sich.

Der Bahnhofsplatz sei in einem „jämmerlichen Zustand“. „Die Schmutzecken müssen beseitigt werden.“ Es sollte wieder einen Platz für Skater geben.

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