Nach Messerstichen in Bremen-Lesum

Nach Messerattacke: Strafanzeige gegen Polizei

Bremen - Ein versuchtes Tötungsdelikt hat möglicherweise auch juristische Folgen für die Polizei in Bremen. Nachdem am Montag ein 32-Jähriger einen 34-Jährigen in Lesum mit einem Messer lebensgefährlich verletzt hatte, sind nun Vorwürfe gegen die Beamten laut geworden.

Die Schwester des Tatverdächtigen soll laut Staatsanwaltschaft einige Stunden zuvor die Polizei über den Notruf informiert und auf eine mögliche Gefahrensituation durch ihren Bruder hingewiesen haben.

Nach Polizeiangaben von Donnerstag wirft die Frau dem Notrufsprecher vor, einem Hinweis über eine psychische Ausnahmesituation und eine Gefährlichkeit ihres Bruders nicht nachgegangen zu sein. Der Tatverdächtige wurde nach der Bluttat festgenommen. Die Mordkommission ermittelt. Als mögliches Motiv wird ein Beziehungsstreit vermutet.

Die Staatsanwaltschaft untersucht aber nun auch ein mögliches Fehlverhalten des Polizeibeamten, der den Notruf entgegennahm. Es werde geprüft, ob ein Anfangsverdacht vorliege, sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade. In diesem Fall wäre bei der Polizei die interne Ermittlung zuständig. Der betroffene Polizist versieht seinen Dienst bis zur Klärung der Vorwürfe in einem anderen Bereich.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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