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Nach Havarie: Fähre ersetzt historische Drehbrücke in Bremerhaven

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Von: Johannes Nuß

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Eine Absperrbake steht vor der historischen Eisenbahndrehbrücke an der Nordschleuse im Hafengebiet auf der Straße
Nach der Havarie der historischen Drehbrücke in Bremerhaven wurde diese abgebaut. Eine Fähre soll nun die Verbindung ersetzen. (Archivbild) © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Seit der Havarie der historischen Drehbrücke in Bremerhaven muss der Werksverkehr zur Columbusinsel kilometerweite Umwege fahren. Jetzt gibt‘s eine Lösung.

Bremerhaven – Für das Verkehrschaos rund um Kaiserhafen und Columbusinsel in Bremerhaven scheint eine Lösung gefunden zu sein. Am Montagmittag weihte Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD) eine neue Fähre ein, die die seit dem 1. April 2021 beschädigte stählerne Drehbrücke ersetzen soll.

Fähre „Columbushopper“ ersetzt historische Drehbrücke in Bremerhaven

Seit der Havarie der stählernen Drehbrücke im Kaiserhafen am 1. April des vergangenen Jahres trennte der 45 Meter breite Verbindungskanal den Überseehafen von der Columbusinsel in Bremerhaven. Die Folge waren zahllose und aufwändige Umwege durch die Stadt und über die Kaiserschleuse. Hinzu kommen Zeitverluste und damit eine enorme Belastung – insbesondere für die Betriebe auf der Columbusinsel.

Bis zur Fertigstellung einer neuen Brücke wird die Fähre „Columbushopper“ die Brückenfunktion übernehmen. Am Montag wurde die Brückenfähre nun feierlich durch Senatorin Schilling getauft. Als erstes Fahrzeug überquerte ein bremenports-LKW die neue Verbindung. Nach weiteren Probefahrten wird die Fähre dann für den Werksverkehr zur Verfügung stehen.

„Die Fähre löst ein Problem, das uns in den vergangenen Monaten viele Sorgen bereitet hat“, so Schilling während der Taufe. „Die ‚Columbushopper‘ schafft Verlässlichkeit für die Unternehmen auf der Insel und zugleich Flexibilität für die Schifffahrt. Für den Hafen ist von großer Bedeutung, dass es hinter den Schleusen eine schnelle Verbindung zwischen den Hafenbecken gibt. Dies ist mit der Brückenfähre sichergestellt.“

„Columbushopper“ wird im Zweischichtbetrieb für Werksverkehr zur Verfügung stehen

Das Ressort der Hafensenatorin unterbreitete dem Hafenausschuss im Sommer des vergangenen Jahres mehrere Lösungsvorschläge und favorisierte dabei die Fähre als beste Lösung. Nach Zustimmung der politischen Gremien brachte die Hafenmanagementgesellschaft bremenports eine Ausschreibung auf den Weg.

Damit sie auch von schweren LKW befahren werden kann, sollte die Fähre eine Mindestlänge von 40 Metern haben und entsprechende Tragfähigkeit aufweisen. Um die Fähre an das Straßennetz anzuschließen, mussten zudem entsprechende Zuwegungen geplant und gebaut, Ampeln errichtet und Schranken installiert werden. Hierfür war es zudem erforderlich, einige Versorgungsleitungen zu legen.

Die „Columbushopper“ wird künftig in einem Zweischichtbetrieb zunächst ausschließlich für den Werksverkehr von und zur Columbusinsel zur Verfügung stehen. Die Mannschaft besteht jeweils aus einer Schiffsführung und einer Matrosin beziehungsweise einem Matrosen und wird von bremenports gestellt. In der Regel soll die Fähre von 6:30 Uhr bis 21:30 Uhr betrieben werden. Je nach Bedarf sind im weiteren Verlauf auch zeitliche Anpassungen möglich. Der Einrichtungsverkehr wird über eine Bedarfsampel gesteuert. Bei Schiffspassagen durch den Verbindungskanal kann es zu Wartezeiten kommen.

Bremerhaven: Planungen für eine neue Brücke im Überseehafen

Da Unternehmen auf der Columbusinsel auch auf eine gute Erreichbarkeit auf dem Schienenwege angewiesen sind, ist auch für dieses Problem eine Lösung entwickelt und umgesetzt worden. So ist ein neuer Waggon-Entladepunkt an der Brückenstraße entstanden. Hier können jetzt Container von der Schiene auf den LKW umgeladen und dann auf kurzem Wege über die Fähre auf die Columbusinsel gebracht werden. Diese neue Entladestelle ist Anfang April fertig geworden und steht jetzt zur Verfügung.

„Hier sind in sehr enger Zusammenarbeit zwischen bremenports, meinem Haus und den Unternehmen sehr zügig kreative Lösungen entwickelt und realisiert worden“, so Senatorin Schilling. „Die ‚Columbushopper‘ symbolisiert damit auch den leidenschaftlichen Einsatz für unsere Häfen.“

Die Planungen für eine neue Brücke im Überseehafen werden parallel mit Hochdruck vorangetrieben. Erste Abstimmungen zum technischen Konzept haben bereits zwischen Hafenressort und bremenports stattgefunden. Ziel bleibt es, die neue Brücke nur wenige Jahre nach der Havarie in Betrieb zu nehmen.

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