Polizei: Umgang verhältnismäßig

Bremer Salafist in Gewahrsam verletzt

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Polizisten und Spezialkräfte durchsuchten insgesamt neun Wohnungen und Geschäfte der Salafistenszene.

Bremen - Ein Bremer Salafist ist nach der Großrazzia am Dienstag im Polizeigewahrsam verletzt worden. Der Fall wird von der Abteilung für interne Ermittlungen und der Staatsanwaltschaft überprüft. Polizeipräsident Lutz Müller geht nicht von einem Fehler seiner Beamten aus.

„Der Betroffene hat sich von Beginn an den polizeilichen Maßnahmen widersetzt, war renitent und aggressiv“, sagte Polizeisprecherin Ines Roddewig bereits am Freitag. „Er hat im Zuge des Gewahrsams eine Verletzung erlitten.“ Die Verletzung wurden nach Angaben der Polizei ärztlich begutachtet, der Arzt stellte die Arrestfähigkeit des Mannes fest. "Nach meinen bisherigen Erkenntnissen habe ich nicht den Eindruck, dass die Beamten unverhältnismäßig Gewalt angewendet haben", sagte Müller laut Medienberichten am Sonntag.

Schon bei der Durchsuchung, beim Transport zum Präsidium und bei den erkennungsdienstlichen Maßnahmen habe der Mann sich widersetzt. Auf dem Weg zur Befragung hätten die Beamten ihn mit einem Polizeischild unter Kontrolle gehalten. "Dabei ist er abgedrängt worden und hat sich eine Platzwunde zugezogen", erklärte Müller. 

Die Polizei erstattete gegen ihn eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Außerdem habe man den Fall an die Abteilung für interne Ermittlungen der Innenbehörde weitergeleitet.

Laut Magazin „Spiegel“ wirft der Anwalt des bereits verurteilten Terror-Helfers, der erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden war, den Ermittlern vor, seinen Mandanten misshandelt zu haben. Sein Mandant wolle Strafanzeige erstatten. Die Beamten hätten ihn auf eine Pritsche gefesselt. Als es ihm gelungen sei, die Fesseln zu lösen, hätten sie ihn in der Zelle verprügelt. 

Nach Angaben von Müller hat das Amtsgericht die Dauer der Ingewahrsamnahme beanstandet. Das müsse nun geklärt werden. "Wir gehen davon aus, dass ein großer Teil der Ingewahrsamnahme rechtmäßig war", sagte Müller.

 dpa/gn

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