Nach dem Großfeuer bei „Harms“: Bauressort möchte Fassade erhalten

Ein Stück Geschichte

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Blick aus dem Siemens-Hochhaus auf das bei einem Großfeuer vor einer Woche zerstörte Textil- und Modehaus „Harms am Wall“. Inzwischen haben am Gebäude Sicherungsmaßnahmen begonnen, so dass die Straße Am Wall in Kürze wieder freigegeben wird. Zu erkennen: Auch die Gebäude links und rechts wurden erheblich beschädigt.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das Haus ist ein Stück bremische Geschichte. Doch das komplette Gebäude, in dem das 150 Jahre alte Textilhaus „Harms am Wall“ seinen Sitz hat, ist nach dem Großfeuer am Abend des 6. Mai wohl nicht mehr zu retten und muss abgerissen werden. Doch für die historische Fassade gibt es Hoffnung. „Es ist unser erklärtes Ziel, die Fassade zu erhalten“, sagte am Mittwoch Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts.

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1909. Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, wie einige wenige Wall-Häuser. Aber das komplette Wall-Ensemble unterliegt einer Erhaltungssatzung. Das bedeutet: Möchte jemand etwas gravierend am Gebäude verändern oder es abreißen, braucht er eine Genehmigung der Baubehörde. Tittmann: „Die schöne Harms-Fassade zählt zu den ältesten am Wall. Nur wenige Häuser hier wurden vor dem Ersten Weltkrieg gebaut.“ Wenn irgend möglich, möchte das Bauressort die Fassade erhalten. Dies teilte sie dem Eigentümer mit. Voraussetzung dafür ist, dass der Erhalt wirtschaftlich und technisch machbar ist. Soll heißen: Wird eine Sanierung zu teuer oder sagen die Sachverständigen, die Fassade ist einsturzgefährdet, bleibt es beim Wunsch. Bis eine Entscheidung steht, dürften noch Wochen, wenn nicht gar Monate vergehen. Erst einmal werden zahlreiche Gutachter und Sachverständige die Trümmer in Augenschein nehmen. Um das Gebäude selbst ist es schlecht bestellt. Die Experten der Behörde stuften es als „nicht sanierungsfähig“ ein, es steht vor dem Abriss.

Die Straße Am Wall ist weiterhin gesperrt, doch voraussichtlich nur noch für kurze Zeit. Seit Anfang der Woche hat die Versicherung die Regie in Sachen Sicherungsmaßnahmen übernommen. „Sie arbeitet sehr gut“, lobte Tittmann.

Am hinteren Ausgang der „Harms-Passage“ ist bereits ein Gerüst aufgebaut. Vorne fahren Arbeiter mit Hilfe eines Hubwagens die mehrstöckige Fassade bis zum Dach hoch und räumen Stück für Stück alle losen Ziegel weg – ein mühsames Unterfangen. Alle kaputten Fenster und sämtliche Öffnungen werden dann mit Spanplatten vernagelt, damit die Ruine sturmsicher ist und keine Teile mehr auf die Straße fallen können. Anschließend wird der Wall (bis auf Fußweg und Parkboxen vor dem Haus) wieder freigegeben. Einzelhandel und Verkehrsteilnehmer dürften aufatmen.

Unterdessen geht auch die Spurenauswertung weiter. Wie berichtet, geht die Staatsanwaltschaft nach den bisherigen Erkenntnissen von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Es sei an mehreren Stellen Feuer gelegt worden, sagte eine Sprecherin. Hinweise auf die Täter gibt es noch nicht. Der Schaden liegt nach Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich. „Harms“ ist Mieter im Gebäude.

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