Ab nächster Woche in beiden Richtungen befahrbar

Freie Fahrt am Wall

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Ab nächster Woche ist wieder freie Fahrt am Wall angesagt.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. In der Straße „Am Wall“ gibt es in der nächsten Woche wieder freie Fahrt. Auf Wunsch der Einzelhändler wird die Einbahnstraßenregelung früher als vorgesehen aufgehoben. Der Wall wird dann wieder in beide Richtungen befahrbar sein. Um die Straße zu beleben, wollen Geschäftsleute und beteiligte Ressorts in den nächsten Monaten ein Konzept erarbeiten.

Schon vor dem verheerenden Brand des Modehauses „Harms am Wall“ lief es nicht wirklich rund für die Läden in der Straße. Doch nach dem Feuer am 6. Mai, bei dem das aus dem Jahr 1909 stammende Harms-Gebäude vernichtet wurde und ein Millionenschaden entstand, brachen die Umsatzahlen regelrecht ein. Klar ist bisher nur, dass es vorsätzliche Brandstiftung war. Wer das Feuer gelegt hat, ist offen. Der Wall blieb monatelang gesperrt, weil Teile des Hauses herunterzufallen drohten. Stück für Stück wurde die Immobilie von Hand abgetragen. Insbesondere für die direkten Nachbargeschäfte war die Zeit hart. Im Sommer verständigten sich dann alle Beteiligten, also unter anderem die Geschäftsleute, die Ressorts Bau und Wirtschaft, Handelskammer, City-Initiative und Polizei, auf die Einbahnstraßenregelung. Dieser Versuch war ursprünglich auf mehrere Jahre angelegt – zumindest so lange, bis das historische Harms-Gebäude abgerissen und neu gebaut ist.

Die Harms-Ruine am Wall.

Doch daraus wird erstmals nichts. Der Abriss wird sich weiter verzögern, möglicherweise bis zum Sommer 2016. Dem Vernehmen nach müssen sich mehrere Versicherungen einigen. Parallel dazu schlugen die Einzelhändler am Wall Alarm und klagten über ausbleibende Kunden. Sie baten die beiden Senatsressorts, den einvernehmlich verabredeten Verkehrsversuch zu beenden und den Wall wegen des Weihnachtsgeschäftes wieder in beide Fahrtrichtungen zu öffnen. Offenbar ist die Lage für die Händler derart ernst, dass sowohl Bausenator Joachim Lohse (Grüne), Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) und auch die weiteren Beteiligten dem sofortigen Abbruch des Versuchs zustimmten. Ab Mittwoch dürfen die Autos am Wall dann wieder in beide Richtungen fahren. Und vor den Geschäften darf auch wieder geparkt werden. „Wir machen einen hohen Teil unseres Jahresumsatzes im Weihnachtsgeschäft“, sagte heute Stefan Storch von der Wall-Werbegemeinschaft. „Viele unserer Kunden sind wegen der geänderten Verkehrsführung ausgeblieben. Dass die Stadt dies jetzt rückgängig macht, ist ein Schritt, für den wir uns ausdrücklich bedanken. Das hilft uns sehr.“ Und Dr. Andreas Otto von der Handelskammer sagte: „Wir brauchen mehr Zeit, um die Kundenströme an eine geänderte Verkehrsführung zu gewöhnen. Das war vor dem Weihnachtsgeschäft nicht mehr möglich.“ Die Einbahnstraßenführung habe man gemeinsam beschlossen und auch mit unterstützt, weil alle Beteiligten von einem früheren Beginn der Bauarbeiten an der Brandruine Harms ausgegangen seien. „Jetzt können wir uns zu Beginn des kommenden Jahres zusammensetzen und gemeinsam eine Strategie erarbeiten, wie wir dann mit den Einschränkungen für den Verkehr während der Bauarbeiten umgehen“, so Otto. Lohse und Günthner sagten: „Die Einzelhändler haben uns überzeugend vorgetragen, dass sie sich in einer wirtschaftlichen Notsituation befinden. Und da uns zeitgleich die Information erreicht hat, dass sich die Bauarbeiten verschieben, entfällt der Hauptgrund für die Einbahnstraßenregelung.“

Sollte dann tatsächlich irgendwann einmal die Ruine abgerissen, die Immobilie neu gebaut werden, ist allerdings für diese Phase mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Möglicherweise wird der Wall dann vorübergehend erneut zur Einbahnstraße. Klar war nach den Gesprächen, dass es 2016 wieder einen „Wall-Sommer“ geben soll. Von Juni an soll sich der Wall für mehrere Wochen in einen Fußgänger-Boulevard verwandeln. Otto denkt dabei an ein Public Viewing während der Fußball-Europameisterschaft und andere Veranstaltungen. Einig waren sich die Beteiligten, wie es heißt, dass für den Straße neue Optionen gefunden werden müssen, um den hochwertigen Einzelhandel zu beleben. BZ für Straße/Autos: Voraussichtlich am Mittwoch nächster Woche wird die Einbahnstraßenregelung am Wall aufgehoben. Dann können Fahrzeuge den Boulevard wieder in beide Richtungen nutzen.

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