Debatte um Wölfe in Deutschland

Nabu fordert besseren Schutz für Herden

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Herden müssen gut geschützt werden, fordert der Nabu - dann seien auch mehrere Wölfe kein Problem für die Tiere.

Bremen - Im Streit um die Wiederansiedlung und Ausbreitung von Wölfen hat der Nabu wirksamen Herdenschutz gefordert.

„Wolf und Weidehaltung schließen sich nicht aus“, sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Donnerstag anlässlich der Umweltministerkonferenz in Bremen: „Herdenschutz ist das A und O für das Zusammenleben mit Wölfen.“ 

Deshalb müssten Weidetierhalter, die in Herdenschutz investierten, grundlegend finanziell unterstützt und beraten werden. Insbesondere das Bundeslandwirtschaftsministerium sei gefordert, neben bestehenden und bewährten Herdenschutzpraktiken auch die Erforschung neuer intelligenter Herdenschutzkonzepte zu fördern. 

Weidetierhaltung sei aus Sicht des Nabu unersetzbar für den Erhalt des Dauergrünlands und der biologischen Vielfalt, fügte Miller hinzu. Dass heute aber immer weniger Kühe auf Weiden stünden, sei nicht dem Wolf, sondern der „verfehlten Agrarpolitik“ geschuldet. Der Wolf sei in vielen Fällen, besonders für die Schäferei, „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt“. 

Weidetierschutz hat nichts mit der Zahl der Wölfe zu tun

Das Artenschutzrecht lasse es bereits heute zu, Wölfe zu entnehmen, die von Experten als verhaltensauffällig eingestuft würden, sagte die Nabu-Expertin für Artenschutz, Claudia Grünewald. Ständige Forderungen nach einer Bejagung von Wölfen seien jedoch nicht zielführend und lenkten von den eigentlichen Herausforderungen im Herdenschutz ab. 

Denn es sei unerheblich, ob sich ein oder zehn Wölfe in einem Gebiet befänden. „Solange Weidetiere ungeschützt bleiben, sind und bleiben sie leichte Beute“, betonte Grünewald. - epd

Wölfe in Niedersachsen 

Der Wolf ist seit dem Jahr 2008 wieder in Niedersachsen zu finden. Seitdem hat sich das Wildtier in weiten Teilen des Landes, von der Nordsee bis in den Harz, niedergelassen. So schätzt das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen den Wolfsbestand Anfang des Jahres auf etwa 150 Tiere. Insbesondere Tierhalter sind von der Ausbreitung des Raubtiers betroffen und treffen mit der Anschaffung von Schutzzäunen oder Herdenschutzhunden Maßnahmen gegen Tierrisse durch Wölfe. 

In unserem Artikel „Wölfe in Niedersachsen" geben wir einen Überblick über Daten und Fakten zum Wolf. Wir sprechen mit einem Wolfsberater, Vertretern der Landwirtschaft und der Politik und geben Verhaltenstipps, wenn es zu einer Begegnung mit dem scheuen Raubtier kommt.

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