Nabu hat eine 70-seitige Studie verfasst

Ein Masterplan für das Erbgrundstück

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Alle Hände voll zu tun hat der Nahu auf dem geerbten Gärtnerei-Areal am Vahrer Feldweg.

Bremen - „Habemus Machbarkeitsstudie!“, postet der Naturschutzbund Bremen (Nabu) in den sozialen Medien. Man merkt dem gemeinnützigen Verein an, dass die Erstellung eines Masterplanes für sein geerbtes Gelände in Sebaldsbrück jede Menge Platz, Zeit und Raum einnimmt. Auf knapp 70Seiten behandeln die Naturschützer ihre Pläne für Geschäftsstelle, Eselstall und 29600 Quadratmeter Gelände. Die Studie kann kostenfrei im Internet heruntergeladen werden.

„Uns war von vornherein klar, dass wir solch einen

innenstadtnahen Schatz nicht wegsperren, sondern ihn für die Menschen entwickeln müssen“, sagt Bruno von Bülow, der Nabu-Landesvorsitzende. Barrierefreie Lehrpfade sollen später durch das Gelände führen und im einzig verbleibenden Glashaus ein Café eingerichtet werden. Die Vogelwelt ist das Leitthema, schließlich ist der Nabu der alte „Deutsche Bund für Vogelschutz“. Ein weiter Weg liege vor den vier hauptamtlichen und den Dutzenden von ehrenamtlichen Naturschützern, sagt Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann. Veränderungen seien allerdings schon jetzt zu sehen: „Wir haben Teiche und eine Streuobstwiese mit lokalen Apfelsorten angelegt, einen Laubmischwald gepflanzt und sogar einen Weinberg auf dem Gelände“, sagt von Bülow, der als gelernter Weinbauer ganz besonders im letztgenannten Projekt aktiv ist.

Übrigens: Jüngst sind mit ehrenamtlicher Tatkraft die Geschäftsstelle saniert und ein zweigeschossiger Eselstall errichtet worden. Das Ehrenamt ist das Rückgrat des Nabu, über 250 Interessierte haben den monatlichen Freiwilligen-Rundbrief abonniert. „Dank der regelmäßigen Arbeitseinsätze und Arbeitsgruppen ist unser Vogelparadies bereits nach nur zwei Jahren deutlich artenreicher“, sagt von Bülow.

Sorgen bereitet dem Landeschef allerdings die Finanzierung des Projektes, denn jetzt müssen auf dem geerbten Gärtnerei-Areal die Bausünden der Vergangenheit bereinigt werden. Für keines der Gebäude gab es jemals eine Genehmigung, gleichwohl die Stadt Bremen sie teilweise selbst errichtete. „Wir stecken mitten im Bebauungsplanverfahren und haben gerade die Baugenehmigungen samt Rechnung über 10000 Euro bekommen, 68 Jahre nach Baubeginn“, so von Bülow, „letztlich müssen wir um die 40000 Euro nur für Pläne, Gutachten und Genehmigungen auf Papier verbraten, ohne dass ein Ziegel bewegt oder Busch gepflanzt wird.“

Die Beiträge der rund 4100 Nabu-Mitglieder reichten nicht aus. „Spenden für sein Vogelparadies sind erwünscht“, so Hofmann.

je

www.nabu-bremen.de

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