Muskelmänner in Tarzanmanier: Akrobaten-Trio eröffnet „La Strada“

Gesten statt Worte

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Ohne Worte, dafür mit Grimassen: Die Akrobaten von „Acrobarouf“ brachten das Publikum bei der Eröffnung von „La Strada“ zum Lachen.

Bremen - Von Steffen Koller. Kunst, Artistik, Theater und Clownerie – das 21. Straßenfestival „La Strada“ ist seit Donnerstagabend eröffnet. Den Startschuss zum Fest der internationalen Künste gab das belgische Trio „Acrobarouf“, das mit einer Mischung aus lustigen Luftnummern, akrobatischen Höchstleistungen und Poesie das Publikum überzeugte. Regelmäßig blieb den Zuschauern dabei die Spucke weg.

Mehr als 1 000 Besucher strömen in die Wallanlagen und staunen, als das griechisch-französisch-belgische Trio sein Können im Schein der untergehenden Sonne zum Besten gibt. Denkt man anfangs an eine reine Clownerievorstellung, entwickelt sich die etwa einstündige Performance mit dem Titel „Scratch“ schnell zu einer wilden Show aus Flugeinlagen, Salti, meterhohen Sprüngen und poetischen Momenten. Ganz bürgerlich mit Jeans und Pullover bekleidet, betritt das Dreiergespann die Bühne. In der Mitte ragt eine senkrechte Stange hervor, ein Sprungbrett steht schon bereit. Es lässt sich nur erahnen, was auf die Zuschauer zukommt.

Ein paar Aufwärmübungen, schräge Grimassen in Richtung vorderste Reihe und ab geht’s. Den Artisten gelingt es in wenigen Minuten, das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Ohne große Worte, dafür mit Gesten und verspielter Mimik, machen sie den Abend zu einer – im positiven Sinn gemeinten – Lachnummer. In Tarzanmanier schwingen sich die muskulösen Männer an der Stange von einer Seite zur anderen und deuten damit nur an, was in ihnen steckt. Es scheint so, als sei dem Trio nichts zu schwer. Sogar einen Flug zum imaginären Mond quittieren die mittlerweile in feinen Zwirn gekleideten Artisten mit einem Augenzwinkern.

„La Strada“ in Bremen

„Das macht der doch jetzt nicht wirklich?“, flüstert ein Mädchen ungläubig seinem Nachbarn zu, als einer der drei aus etwa vier Metern Höhe zu Boden saust. Doch, er macht es. Nur keine Angst, unten stehen seine Kollegen und empfangen ihn mehr oder minder sanft in ihren Armen. Denn trotz der körperlichen Höchstleistung steht beim Trio der Spaß im Vordergrund. Da wird geschubst, gerauft und schadenfroh über den vermeintlichen Fehler des anderen gelacht.

Höhepunkt ist die abschließende Reise zum Mond, der nach und nach aus einem Holzkasten steigt. Natürlich passiert das alles in waschechtem Artistenstil. Die drei fliegen mittels Sprungbrett abwechselnd in luftige Höhen, drehen Schrauben und Salti und lassen dabei besonders den weiblichen Zuschauern immer ein charmantes Lächeln zukommen. Die Frage nach der obligatorischen Zugabe erübrigt sich im Nu. Und am Ende ist sogar das Trio von den Socken, so frenetisch feiert das Publikum die belgischen „Jungs“, die ihren ersten Deutschlandauftritt mit Bravour gemeistert haben.

Bis morgen, Sonntag, präsentieren sich auf verschiedenen Bühnen im Stadtgebiet 26 Künstlergruppen aus zwölf Ländern. Beginn ist heute und Sonntag jeweils um 14 Uhr. Bis 22 Uhr gibt es die Gelegenheit, die Straßenkünstler zu bewundern. Am Montag folgt dann die abschließende Vorstellung von „Hyrrätytö“ in der „Schaulust“ am Güterbahnhof. Mehr zu „La Strada“ unter:

www.strassenzirkus.de

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