„Musikschau der Nationen“ in Bremen

Trommelwirbel an Trachten

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Der Auftritt der Niederländer markierte die Halbzeit der rund zweieinhalbstündigen Show. Sie bewiesen neben Taktgefühl auch ein hohes Maß an Organisationstalent.

Bremen - Von Steffen Koller. Trommelwirbel, Trachten, Taktgefühl: Zum Auftakt der „Musikschau der Nationen“ strömten gestern Nachmittag rund 2000 Besucher in die Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena). Volksmusiker aus sieben Ländern sorgten für ordentlichen Schwung im Saal – einen emotionalen Moment gab es auch.

Einen Schritt nach vorne, einen zur Seite, rückwärts laufen, den Blick geradeaus und dabei das Taktgefühl nicht verlieren – während im Innenraum der Stadthalle die Besucher gespannt auf den Auftritt der Musiker warten, feilen die Teilnehmer der „Musikschau der Nationen“ hinter den Kulissen an den Feinheiten ihres Auftritts. Alle Nervosität sollte jetzt über Bord geworfen werden, bei den Choreografien muss jede Bewegung sitzen. Und dass das klappt, beweist gleich zu Beginn der rund zweieinhalbstündigen Show das „Heeresmusikkorps Hannover“. Mit modernen Adaptionen der Titelmusiken von Kinoklassikern wie „James Bond“ und „Star Wars“ überzeugen die Musiker das Publikum und geben somit den Startschuss für die noch bis Sonntag laufende Show. Insgesamt sieben Orchester treten mal einzeln, mal zusammen auf – langweilig ist anders.

Geben sich die Frauen und Männer vom „Heeresmusikkorps Hannover“ schick und elegant in blauem Frack, lässt es die „Marktmusikkapelle Gamlitz“ (Österreich) eher traditionell in alpinen Trachten auf der Bühne krachen. „Schuhplattler“ und Jodelrufe dürfen da natürlich nicht fehlen. Bei „Radetzkymarsch“ und Blasmusik sorgen die Musiker für den wohl amüsantesten Auftritt der Show. Ihnen folgen die „Irish Dance Formation“ und die „United States Air Forces in Europe Band“, die mit ihrer gemeinsame Darbietung eine Hommage an den irischen Stepptanz vollführen. Schwarze Lackschuhe fegen über das Parkett, Beine kreisen in der Luft, junge Frauen in glitzernden Kleidern springen von der einer Seite der Bühne zur anderen. Nicht umsonst wird der leitende Dirigent Anthony Fallon auch als „Gott des Irish Dance“ betitelt.

"Musikschau der Nationen" in Bremen

Da die „Musikschau der Nationen“, die traditionell vom „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ organisiert wird, auch einen gesellschaftlichen Auftrag hat, steht die Show wie in den vergangenen Jahren auch ganz im Zeichen des Friedens. Mit dem Song „Remembrance Day“ (zu Deutsch: „Heldengedenktag“) sorgt das „Trompetterkorps der Koninklijke Marechaussee“ aus den Niederlanden für den emotionalen Höhepunkt des Tages, während um sie herum sich alle Gruppen versammeln und einen Moment innehalten. Außerdem sind in diesem Jahr aus Großbritannien die „Devon & Somerset Fire & Rescue Service Ceremonial Unit and Service Band“ sowie aus der Tschechischen Republik die „Czech Army Central Band“ mit dabei.

Seit die „Musikschau“ 1965 zum ersten Mal aufgeführt wurde, haben mehr als 1,7 Millionen Menschen die Auftritte gesehen. Musiker und Tänzer aus mehr als 60Nationen waren in den vergangenen 51 Jahren an den Aufführungen beteiligt. Im nächsten Jahr ist Schluss. Dann steigt die 53.und letzte Auflage des Blasmusikfestivals.

Die aktuelle „Musikschau der Nationen“ läuft noch bis Sonntag, 31. Januar, in der ÖVB-Arena. Vorstellungen gibt es heute um 14.30 und um 19.30 Uhr sowie morgen um 14.30 Uhr.

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