„Auf einen Espresso“ mit Christian Kötter-Lixfeld von den Bremer Philharmonikern

Musikalische Wohlfühlwelt

Mit einem Mini-Cello weckten Christian Kötter-Lixfelds Eltern bei ihrem Sohn Lust auf Musik.

Bremen - Von Ilka LangkowskiBREMEN · „Im Nachhinein betrachtet war es ein raffinierter Schachzug von meinen Eltern, mir das Miniatur-Cello zu schenken“, sagt der Generalintendant der Bremer Philharmoniker, Christian Kötter-Lixfeld, lachend.

„Das kleine Cello hatte ich 1976 in der Adventszeit bekommen“, erzählt der Intendant. Kurz darauf habe er sein erstes echtes „Halbes Cello“ – so nennt man ein Kinder-Cello – bekommen. Das sei ein Schlüsselereignis für sein späteres Leben gewesen, wie er sagt. Jenes Mini-Cello bringt er auch als besonderen Gegenstand von Bedeutung zum Gespräch in unserer Serie „Auf einen Espresso“ mit.

Schon sein Vater träumte immer davon, Cello zu spielen, sagt Kötter-Lixfeld. Doch für das Kriegskind wurde daraus nichts. Dafür erfuhr sein Sohn Christian irgendwann: „Wir haben Dich an der Musikschule angemeldet.“ Die Musik gehört für den 43-Jährigen einfach zum Leben dazu: „Ich bin mit Musik groß geworden und verbinde mit ihr eine Wohlfühlwelt, in der ich träumen oder nachdenken kann.“ Das Refugium Musik biete auch Raum für Diskussionen und Auseinandersetzungen, wie andere ihn vielleicht in der Politik oder im Sport finden, erzählt der Intendant.

Diese Welt möchte Kötter-Lixfeld vor allem Kindern und Jugendlichen zugänglich machen. „Bei mir als Intendant laufen alle Fäden des Betriebs ‚Bremer Philharmoniker’ zusammen: Betrieb, Personal, Marketing, Musiker, Finanzen.“ Es sei ähnlich wie beim Kuchenbacken, er versuche, die Zutaten so zusammenzutun, dass ein möglichst hoher Genuss dabei herauskomme.

Eine Herausforderung sei es, einen Blick für Entwicklungen in der Zukunft zu haben. „Gesunde pulsierende Städte brauchen eine hohe Kulturdichte“, erzählt Kötter-Lixfeld. Wenn die Gelegenheit gegeben sei, erreiche man die Menschen unabhängig von ihrem sozialen Status und Bildungsstand. „Da muss man vielleicht auch mal von seinem hohen Ross herunter“, sagt Kötter-Lixfeld kritisch: „Es gab Zeiten, da waren die Ränge leer, und man war froh, dass man unter sich war.“ Bei prallgefüllten Geldtöpfen in den 60er und 70er Jahren habe Publikumsgewinnung noch keine Rolle gespielt.

Die Bremer Philharmoniker haben für Jugendliche und Kinder allein 200 Veranstaltungen pro Jahr. Über 130 Grundschulklassen seien zu „Instrumente zum Anfassen“ gekommen. „Ich würde mir eine Zusammenarbeit der Kultureinrichtungen mit den Schulen wünschen, dass die Kultur in den Lehrplan integriert würde. Bremen als Stadtstaat könnte so etwas eher realisieren als ein Flächenland“, sagt Kötter-Lixfeld.

Sechs fixe Fragen

?Was verbindet Sie mit Bremen?

!Der hanseatische Stolz, die Weitsicht. Ich bin sehr norddeutsch-affin. Die Art der Menschen ist zwar erst taxierend, aber dann geht’s auch schnell ans Eingemachte, verlässlich und partnerschaftlich.

?Welchen Ort mögen Sie besonders?

!Die Überseestadt ist von der Architektur und ihrer Entwicklung am reizvollsten. (schaut raus, auf die Schiffe am Hansakai im Holzhafen).

?Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

!Die Glocke natürlich, als eines der schönsten Konzerthäuser Europas, den Marktplatz, die Überseestadt, die Schlachte und den Paternoster in der Baumwollbörse.

?Welches ist Ihr Lieblingstier?

!Elefanten finde ich faszinierend, weil sie trotz ihrer Größe so feinfühlig sind und intelligent. Wale bewundere ich wegen ihrer Sozialverhaltens und ihrer Kommunikationsfähigkeit.

?Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

!Ans Meer fahren. Zeit haben, die Gerüche einatmen und in den Himmel gucken – das ist der pure Luxus.

?Was macht Sie schwach?

!Gläser finde ich toll. Ich habe ein Faible für Tischkultur. Da gebe ich vielleicht auch mal etwas mehr aus als andere.

WWW.

bremerphilharmoniker.de

musikwerkstatt-bremen.de

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