„Physikanten“ sorgen für skurrile Szenen

Bremen: Explosive Experimente im Universum

Vier Leute und ein Experiment: Ein Mann hat einen Helm auf dem Kopf.
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Ein Experiment mit reichlich Spannung: Carsten Vocke berührt eine Kugel, die zu einem Van-de-Graaff-Generator gehört. Wenn Strom fließt, dreht sich das Drehkreuz auf seinem Kopf. Auch im Bild: Thomas Müller (v.l.), Levi Focke und Professor Dr. Liebermann (Klaus Prangenberg).

Zentrifugalkraft, Zentripetalkraft, Strömungsgeschwindgkeit: Physik ist kompliziert. Physik kann aber auch Spaß machen, bewiesen die „Physikanten“ im Bremer Universum.

Bremen – Ein Freiwilliger wird gebraucht. Carsten Vocke (48) aus Bremen spielt mit. Er bekommt einen Helm und obendrauf ein Drahtkreuz. Er steigt auf einen Stuhl. Witzig-skurrile Szenen mit interessanter Physik im Hintergrund zeigen Thomas Müller und Professor Dr. Liebermann (Klaus Prangenberg) von „Physikanten & Co.“ aus Witten im Ruhrgebiet am Wochenende im Wissenschaftscenter Universum.

Es ist eine muntere Show. Etwa hundert Menschen schauen bei der ersten Vorstellung am Sonnabendmittag zu, darunter natürlich viele Kinder. Vocke muss eine große Metallkugel anfassen. Die gehört zu einem Van-de-Graaff-Generator, der eine Spannung von bis zu 300 000 Volt liefert, wie die Zuschauer erfahren. Die hohe Spannung ist aufgrund der sehr geringen Stromstärke aber unbedenklich. Das Drehkreuz und auch die umliegende Luft werden positiv aufgeladen. Da sich gleichnamige Ladungen abstoßen, beginnt sich das Drehkreuz auf Vockes Kopf zu rotieren. Der Proband sagt nach der Show, er habe nichts vom Strom gemerkt. Und: „Das ist eine sehr schöne Vermittlung von Basiswissen.“

Die beiden „Physikanten“ sind auch Musikanten. Auf einem Gitarrenkorpus aus Vollholz ist eine Saite gespannt. Daneben ein Laserpointer der seinen Lichtstrahl auf eine gegenüberliegende Solarzelle wirft. Der Strom der Solarzelle wird zu einem Gitarrenverstärker mit Lautsprecher geführt. Wenn Strom fließt, lenkt die Membran des Lautsprechers nach vorne aus. Kommt kein Strom, bewegt sie sich zurück. Kommt wieder Strom, lenkt sie erneut nach vorne aus. Das macht Geräusche.

Gummi, Basstöne und ein Kamm

Liebermann zieht einen Kamm durch den Strahl des Pointers. Der entstehende Klang erinnert an das Scratchen mit Schallplatten. Auch ein auf dem Gitarrenkorpus gespanntes Gummi erlaubt das Spiel mit Strom und Klang. Müller spielt das Gummi. Basstöne erklingen. Müller gestaltet sie recht anspruchsvoll. Dazu ein rhythmischer Klang aus der Konserve und schon läuft ein kleines Konzert. „Laserbass“ heißt dieses Experiment.

Der „Feuertornado“: Eine Feuersäule schießt in einem drehenden Zylinder empor.

Mit dem extrem kalten Stickstoff folgt noch ein weiteres, weitaus spektakuläreres Experiment. Moderator Müller füllt den Stickstoff in eine PET-Flasche, schließt sie und legt sie in ein Fass, indem sich auch Wasser befindet. Die „Physikanten“ räumen den Bereich um das Fass. Es vergeht einige Zeit. Dann kommt ein wirklich lauter Knall. Schaumstoff-Schnipsel fliegen hoch hinaus und landen nass auf dem Boden. Da war wirklich Kraft hinter. Aufgrund der Erwärmung dehnt sich der Stickstoff auf das 650-fache aus. Der Behälter explodiert.

Wie in einer Achterbahn

Die Physiker setzen auch auf einfache Experimente. So stellt Müller ein Wasserglas auf ein Holzbrettchen an vier Bändern. Er lässt es schnell über Kopf kreisen. Das Wasser bleibt drin und das Glas auf Brettchen, auch im schnellen Looping. Wie hat das geklappt? Levi Vocke (8) darf die Versuchsgegenstände näher betrachten. Er ist der Sohn des Freiwilligen vom Anfangsexperiment. Kinder machen Vorschläge. War es ein Magnet? Nein. Ein anderes Kind hat eine passende Assoziation. Es sei wie in einer Achterbahn. Müller hat einen Fachbegriff parat: Zentrifugalkraft. Er nennt auch die ihr entgegenwirkende Zentripetalkraft.

Levi habe besonders der „Feuertornado“ gefallen, sagt er nach der Show. Dabei entstand aus einem Feuer am Boden eines in Drehung versetzten Zylinder aus Drahtgewebe eine hoch emporschießende Feuersäule. Die heißen Gase steigen auf. Die von außen nach innen gezogene Luft dreht sich mit zunehmender Nähe zur Drehachse schneller. Und die Strömungsgeschwindigkeit in der Flamme zieht diese in die Höhe.

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